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Saarstahl rechnet für dieses Jahr mit Verlust

Auch wenn die Flaute bei Saarstahl heftig zu spüren ist, geht Vorstandschef Klaus Harste davon aus, dass der Konzern die Krise meistert. Saarstahl habe ein gutes Finanzpolster und liege technologisch vorn.

Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid


Völklingen. Die Wirtschaftskrise hat die Völklinger Saarstahl AG seit September vergangenen Jahres fest im Griff. „Damals brachen die Aufträge förmlich ein“, beschrieb Saarstahl-Chef Klaus Harste gestern bei der Bilanzpressekonferenz die Situation.
Allerdings habe man sofort auf diesen Absatz-Einbruch reagiert – zunächst mit dem Abbau von Überstunden und Sonderschichten. Anschließend wurden die Zeitarbeits-Konten heruntergefahren. Seit Anfang des Jahres produziert Saarstahl in der Kurzarbeit, die auch für den Juli gilt. „Dadurch fallen rund 30.000 Schichten pro Monat weg“, rechnet Personalvorstand Karlheinz Blessing vor, „Doch wir müssen sehr flexibel reagieren, um unsere Kunden jederzeit mit den gewünschten Produkten versorgen zu können“, so Blessing. Dies verlange der Belegschaft einiges ab. Umgekehrt will Saarstahl auch weiterhin das Kurzarbeiter-Geld auf 90 Prozent des Nettolohns auffüllen.

Seit dem Frühjahr gehen wieder mehr Bestellungen ein, sagte Vertriebsvorstand Peter Schäfer. Er rechnet damit, dass sich die Auslastung der Produktion in diesem Jahr auf 60 bis 70 Prozent der Spitzenwerte von 2007 und des ersten Halbjahres 2008 einpendelt. Für das kommende Jahr erwartet er eine 80-prozentige Auslastung. „Allerdings haben wir vor der Krise auch am Kapazitäts-Limit produziert“, erläuterte Harste. Er rechnet für dieses Jahr beim Ergebnis mit roten Zahlen. „Dennoch verfügen wir aufgrund unserer Finanzstärke und unseres Innovationspotenzials über gute Voraussetzungen, diese Krise erfolgreich zu bewältigen“, ist der Saarstahl-Chef überzeugt. Und: „Obwohl wir sparen, machen wir bei den strategischen Investitionsvorhaben keine Abstriche.“ Dies gelte vor allem für die neue Saarschmiede (Forge Saar), in die insgesamt 450 Millionen Euro fließen. Am 15. Mai kommenden Jahres soll sie betriebsbereit sein.

In das Stahlwerk werden rund 70 Millionen Euro investiert. Unter anderem wird die Stranggieß-Anlage S1/S3 rundum erneuert. Die Völklinger Walzstraße Nauweiler wird zum Stabstahl-Zentrum ausgebaut: Investitionsvolumen rund 100 Millionen Euro.

Insgesamt verlief das Jahr 2008 für Saarstahl „sehr erfolgreich“, sagte Harste. Die Rohstahl-Produktion sank zwar um 8,5 Prozent auf 2,53 Millionen Tonnen. Auf der anderen Seite stiegen die Umsatzerlöse um 12,3 Prozent auf 2,28 Milliarden Euro. Das Konzern-Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug 546,4 Millionen Euro (Vorjahr 488,9 Millionen Euro). Die Zahl der Mitarbeiter hat sich im Konzern von 6756 auf 7205 erhöht – unter anderem durch Firmenkäufe und Neueinstellungen in der Schmiede. Davon sind allein im Saarland 6536 Menschen beschäftigt. Die Zahl der Auszubildenden und Praktikanten erhöhte sich von 346 auf 367. Auch dieses Jahr werden wieder 125 neue Lehrlinge eingestellt.

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