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Sängerin Marla Glen übers Musikbusiness, Wut im Bauch und ihr Konzert in Homburg

Einmalige Stimme, unverwechselbarer Stil: Marla Glen kommt am Freitag zum Konzert nach Homburg. Foto: Tri-Event

Einmalige Stimme, unverwechselbarer Stil: Marla Glen kommt am Freitag zum Konzert nach Homburg. Foto: Tri-Event

Haben Sie sich jemals aufgrund Ihrer Hautfarbe oder Ihrer Sexualität diskriminiert gefühlt?

Marla Glen : Von meinen früheren Plattenfirmen schon, natürlich. Meine ganze Karriere lang. Sonst aber nicht. Vor allem nicht von den Leuten, die ich treffe. Die sind ja meistens genau so „freaky“ wie ich.

Gab es diesbezüglich Unterschiede in den Ländern, die Sie kennen?

Marla Glen : Nein, es ist im Grunde überall das Gleiche. Vielleicht wäre es in Hollywood besser (lacht).

Leben Sie in einer Großstadt oder auf dem Land?

Marla Glen : Ich wohne auf dem Land, in der Nähe von Mainz.

Ihr letztes Album kam 2011 raus. . .

Marla Glen : Das weiß ich gar nicht genau, da müssen Sie die Leute fragen, die es ohne meine Erlaubnis rausgebracht haben. Ich habe darüber keine Infos bekommen.

Arbeiten Sie an etwas Neuem?

Marla Glen : Ja natürlich, ich versuche ein neues Album aufzunehmen. Im Dezember machen wir eine Live-Aufnahme, die im Frühjahr erscheinen wird.

Erzählen Sie mir etwas über die Band, die Sie mit nach Homburg bringen.

Marla Glen : Das ist eine sehr bunt gemischte Bands mit vielen musikalischen Persönlichkeiten. Das sind lustige Leute und tolle Musiker. Ich habe zwei Background-Sängerinnen, eine Saxofonistin, Bass, Drums, Keyboard und Gitarre.

Sie waren immer sehr kritisch mit dem Musikbusiness.

Marla Glen : Ich kann das gar nicht so sagen, weil ich eigentlich gar nichts übers Musikbusiness weiß. Zum ersten Mal habe ich jetzt einen richtigen Manager engagiert. Früher ist wirklich sehr viel schief gelaufen.

Also laufen die Dinge jetzt besser?

Marla Glen : Ja, langsam wird es besser. Ich habe eine neue Wohnung, ich kann mich wieder frei bewegen, ich bin nicht mehr so wütend.

Aber vielleicht war ja die Wut ganz gut für Ihre Art zu singen?

Marla Glen : Nein, nein. Zigaretten rauchen ist nicht gut für meine Stimme, die Wut auch nicht. Wenn ich entspannt bin und gut drauf bin, wenn ich das ganze Business um mich herum vergessen kann, wenn das Geld in meine Tasche statt in die anderer fließt, dann kann ich eine bessere Bühnenshow machen. Weil ich jetzt auch arbeiten kann, ohne mich zum Sklaven meiner selbst zu machen. Damit ist nun Schluss. Wenn ich bei einer Plattenfirma gewesen wäre, die auf meiner Seite gestanden hätte, hätte ich mich nie so fühlen müssen. Aber es war nicht so. Ich bekam nicht mal eine Kopie von meiner Arbeit. Jetzt versuche ich meine eigene Firma aufzumachen mit meinem Manager – das wollte ich schon seit Jahren.

Ihr Song „Believer“, der 1995 rauskam, handelt von dem Wunsch nach einer besseren Welt – wie sieht es denn heute damit aus?

Marla Glen : Die Welt nimmt halt den Kurs, der für sie vorgesehen ist. Es gibt immer noch schreckliche Orte, aber glücklicherweise befinde ich mich an einem guten!

Sie haben die männlichste Stimme unter allen Sängerinnen der Welt – oder gibt es da noch jemand anderen?

Marla Glen : Nein! Ich bin schon mit so einer Stimme geboren worden. Vielleicht kam es ja auch daher, dass ich die Mandeln rausgenommen bekam – nee, ist nur Spaß. Meine Stimme ist einfach so. Ich mag es aber nicht, wenn die Leute mich auf meine Stimme und die Art, wie ich mich anziehe, reduzieren. Man sollte einfach meine Musik genießen.

Denken Sie nicht, dass Ihre Stimme etwas Besonderes ist?

Marla Glen : Was auch immer. Ich muss halt damit leben. Das Ganze ist ja an einen Punkt gekommen, wo ich nichts mehr zu jemandem sagen kann, ohne erkannt zu werden. Die Leute wissen zwar nicht, wie ich aussehe, aber sie erkennen sofort meine Stimme. Eigentlich müsste ich den Leuten sagen: Bringen Sie mich nicht zum Reden! (lacht)

Tut mir leid, dass ich Sie zum Sprechen bringe! Welches sind denn Ihre Lieblingssänger?

Marla Glen : Jeder, der singen kann und der auch eine Botschaft transportiert. In letzter Zeit habe ich viel Bob Marley gehört, im Moment ist das mein Lieblingssänger.

Letzte Frage: Wie gut ist Ihr Deutsch?

Marla Glen : Sehr schlecht! Aber es reicht um einkaufen zu gehen, um Leute kennenzulernen, um Freundschaften zu schließen. Mit Kindern kann ich gut sprechen, weil sie genauso viel können wie ich. Und mit alten Leuten geht es gut. Sie machen mir oft Komplimente: Oh, Sie sprechen aber gut Deutsch! Andere Leute wieder sagen, ich könne gar kein Deutsch. Das hängt wohl davon ab, in welcher Gegend man lebt. Neulich war ich in der Schweiz, da fragte man mich, wie gut mein Deutsch sei – ich sagte, vor zwei Tagen konnte ich es noch! (lacht)
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