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Sahra Wagenknecht will kein Linkes Führungsduo

Sahra Wagenknecht beim Saartalk mit den Chefredakteuren Norbert Klein (SR, Mitte) und Peter Stefan Herbst (SZ). Foto: Oliver Dietze

Sahra Wagenknecht beim Saartalk mit den Chefredakteuren Norbert Klein (SR, Mitte) und Peter Stefan Herbst (SZ). Foto: Oliver Dietze

Herbst: Die Linke lag in Nordrhein-Westfalen und Schleswig Holstein klar unter drei Prozent, hat die Fünf-Prozent-Schwelle verfehlt. Ist das jetzt der Anfang vom Ende der Linken?
Wagenknecht: Ich weiß, dass die politische Konkurrenz natürlich großes Interesse daran hat, dass die Linke zu Ende geht. (…) Aber ich glaube, sie haben sich zu früh gefreut. Wir haben jetzt ein Tief. Wir müssen jetzt die Konsequenzen ziehen und wieder hochkommen. (…) Ich bin überzeugt, dass das, was die Linke vertritt, unsere Kritik an der katastrophalen Lohnentwicklung in Deutschland, unsere Kritik an der wirklich irrwitzigen Europa-Politik von Frau Merkel, die ja von der SPD im Wesentlichen mitgetragen wird, dass das Themen sind, wo wir sehr, sehr viele Menschen wieder auf unsere Seite bekommen.

Klein: In den alten Bundesländern ist die Linke aus vielen Landtagen herausgeflogen. Außerhalb des Saarlandes natürlich, wo der Spitzenkandidat Oskar Lafontaine gewesen war. Ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Linke auch als gesamtdeutsches Projekt jetzt Schwierigkeiten bekommt?
Wagenknecht: Nein, das darf sie nicht aufgeben. Wenn die Linke nur eine ostdeutsche Partei würde, was die PDS auch mehr oder weniger war, (…) dann ist sie keine bundespolitische Kraft. Aber wir brauchen eine starke Linke in Deutschland. Wenn ich sehe, wie sich SPD und CDU immer weniger unterscheiden, dann brauche ich eine Kraft, die sagt, so darf es nicht weitergehen, wir stellen die soziale Fragen, wir stellen die Bankenregulierung in den Mittelpunkt. (…) Das Problem, das ich sehe, ist, dass die Leute wegen großer Streitereien, wegen großer Vielstimmigkeit, nicht mehr wahrnehmen, wofür die Linke steht.

Herbst: Warum schließen Sie so vehement aus, mit Oskar Lafontaine für die Parteispitze zu kandidieren? Das wäre doch eine starke Frau aus dem Osten, ein charismatischer Mann aus dem Westen: Das wäre doch ideal…?
Wagenknecht: Das funktioniert natürlich eben nicht, gerade weil wir privat verbunden sind. Das kann man in keiner Partei machen, dass quasi das Führungsduo auch privat ein Paar ist. Das muss man auch einfach akzeptieren. Ich akzeptiere das zumindest, dass einige sagen, das geht ja nicht. Und wenn wir uns mal streiten würden, dann hätte gleich die ganze Partei ein Problem. Obwohl, wir streiten uns ja eigentlich so gut wie nie, aber das funktioniert nicht.

Herbst: Heißt das umgekehrt: Wenn Sie nicht mit Oskar Lafontaine liiert wären, wäre die Führungsfrage bei den Linken gelöst und Sie beide würden demnächst an der Spitze stehen?
Wagenknecht: Das wär’ eine charmante Vorstellung. (lacht) Aber es ist ja einfach eine andere Situation.

Klein: Oskar Lafontaine hat heute gesagt, es soll auf jeden Fall jemand „Jüngeres“ an die Spitze. Wenn dies nicht gelänge bei der Linken, dann stünde er als Kandidat zur Verfügung. Wer ist mit dem „Jüngeren“ gemeint? Oder ist eine „Jüngere“ gemeint?
Wagenknecht: Ich finde es respektabel, dass er bereit ist, das noch einmal zu machen. (…) Wir brauchen eine Führung, die ideal kooperiert. Wir brauchen keine Führung, wo man sich gegenseitig die Knüppel zwischen die Beine wirft. (…) Wir brauchen Menschen an der Spitze, die ausstrahlungskräftig sind. Die in allen Bundesländern die Menschen ansprechen, eben gerade weil wir eine gesamtdeutsche Partei sind und bleiben müssen. Ich hoffe, dass wir uns bei den Gremiensitzungen auf ein Tableau einigen können, das diese Kriterien erfüllt. (…) Eine Kampfkandidatur beim Parteitag, etwa zwischen Klaus Ernst und Dietmar Bartsch, wo der eine 52 und der andere 48 Prozent bekommt, ist nicht das, was die Partei nach vorn bringt.


„Bewundere Merkels Zielstrebigkeit“

Linken-Vize sieht bei der Bundeskanzlerin auch positive Eigenschaften

Mit Oskar Lafontaine verbindet mich...
Wagenknecht: ...sehr, sehr viel. Also natürlich unser politisches Engagement, aber auch unsere Liebe für gutes Essen, für schöne Landschaften und noch ganz viel mehr, was ich nicht verrate (lacht).

Die Linken streiten sich untereinander besonders oft, weil...
Wagenknecht: ...das glaube ich nicht mal. Gucken Sie sich die FDP an. Streit ist leider in jeder Partei ziemlich verbreitet. Und immer dann, wenn er dominiert, dann hat diese Partei wenig Erfolg. Das sieht man.

Wenn es die Linke nicht gäbe, müsste...
Wagenknecht: ...man sie längst erfunden haben. Zum Glück gibt es sie.

An Angela Merkel bewundere ich...
Wagenknecht: ...ihre Zielstrebigkeit, ihre Orientierung, wie sie sich gegen die ganze Männermannschaft der CDU durchgesetzt hat. Wie sie sich an der Macht hält, dass ist schon beeindruckend.

Frauen in der Politik sind...
Wagenknecht: ...ganz wichtig. Und haben es auf jeden Fall schwerer als Männer.


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