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Sanierung: Viele Autobahnbrücken im Saarland altersschwach

Bei der Bischmisheimer Talbrücke A6 bei Saarbrücken sollen ab Herbst umfangreiche Arbeiten durchgeführt werden.

Bei der Bischmisheimer Talbrücke A6 bei Saarbrücken sollen ab Herbst umfangreiche Arbeiten durchgeführt werden.

Neunkirchen. In den nächsten Jahren müssen viele der 270 saarländischen Autobahnbrücken saniert werden. „Der stark angewachsene Lastkraftwagenverkehr macht den Brücken zu schaffen“, sagt Klaus Kosok, Sprecher des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS). Viele Brückenbauwerke seien für die heutigen Verkehrsbelastungen nicht mehr ausreichend dimensioniert.

Auch seien die meisten saarländischen Autobahnbrücken inzwischen 40 bis 50 Jahre alt. Beides mache umfassende Sanierungsmaßnahmen notwendig. Häufig müssten die Bauwerke zusätzlich zur Sanierung noch in der Struktur verstärkt werden. Die notwendigen Baumaßnahmen reichen von einer relativ günstigen Strukturverstärkung bis hin zu einem vollständigen Neubau. Ein Neubau ist nicht nur die teuerste Lösung, dabei wird in der Regel auch ein langwieriges Planfeststellungsverfahren notwendig. Dieses Verwaltungsverfahren ist für Neubaumaßnahmen im Bundesfernstraßennetz gesetzlich vorgeschrieben. Laut Kosok kann dieses bei einer anspruchsvollen Genehmigungslage bis zu zehn Jahre dauern.

Bei 270 Brücken stoße der Landesbetrieb daher bei den Vorarbeiten an seine personellen Kapazitätsgrenzen. Probleme bei der Planung Das Problem: 80 Prozent der Investitionsmittel kommen vom Bund und können erst abgerufen werden, wenn die Planungen fertig sind. Diese werden jedoch vom Land erstellt. „Da müssen Kapazitäten vorhanden sein, damit die Mittel auch verbaut werden können“, sagt der Direktor des LfS, Michael Hoppstädter. In Neunkirchen arbeiten derzeit rund 100 Ingenieure, doch sei es in den vergangenen Jahren schwierig gewesen, qualifiziertes Personal zu finden. Wenn die bereitgestellten Bundesmittel nicht verbaut werden können, müsse das Land die Gelder zurückzahlen – dies sei bereits vorgekommen. Doch Planungen sind personalintensiv und teuer. „Der Bund gibt nur eine Investitionskostenpauschale von drei Prozent der Bausumme zur Bauleitung und Bauüberwachung“, sagt Hoppstädter. „Die Projektmanagementkosten liegen aber bei 15 Prozent“. Das Saarland zahlt damit den Großteil der Planungskosten. Diese Kosten könnten noch zunehmen, wenn der Bund, wie geplant, die Mittel für die Autobahnbrückensanierung deutlich aufstockt.

Notwendige Baumaßnahmen Derzeit bereiten dem LfS im Saarland vor allem drei Brücken Probleme. An der Grumbachtalbrücke auf der A6 zwischen Saarbrücken und St. Ingbert werden ab Herbst umfangreiche Arbeiten durchgeführt, wie der LfS mitteilt. Die 1961 errichtete Brücke werde für voraussichtlich zwölf Millionen Euro saniert und im Stahlbau verstärkt. Dadurch solle sie ihre geplante Lebensdauer von 70 Jahren für den Überbau und von 110 Jahren für den Unterbau trotz ausgebeulter Stahlträger erreichen. „Ein Ersatzneubau würde mit 35 Millionen Euro deutlich teuer kommen“, sagt Carsten Chassard, Leiter der Abteilung Bauwerke, Planung und Bau des LfS. Derzeit ist eine Fahrspur auf der Brücke dauerhaft gesperrt, um die Belastung zu reduzieren. Am Autobahndreieck Saarlouis werde ein Ersatzneubau der über die Saar führenden Autobahnbrücke notwendig. Dieses Projekt sei mitten im Planfeststellungsverfahren. Wann die Bauarbeiten beginnen, sei derzeit noch offen.

Auch an der Fechinger Talbrücke auf der A6 stehe eine größere Baumaßnahme bevor. Eine Prüfung habe ergeben, dass die Brücke verstärkt oder ersetzt werden muss.

HINTERGRUND

Die Sulzbachtalbrücke mit 800 Metern Länge, die Saartalbrücke bei Güdingen mit 772 Metern und die Primstalbrücke mit 686 Metern sind die drei längsten Autobahnbrücken. Die Mehrzahl der 270 Brücken im Saarland ist deutlich kürzer: 26 Autobahnbrücken sind nur zwischen zwei und drei Meter lang. Der Landesbetrieb für Straßenbau spricht erst ab einer Länge von mehr als zwei Metern von Brücken. adr

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