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Sanierung der Saarbrücker Wilhelm-Heinrich-Brücke dauern noch bis Juni

Für ihr Alter von 54 Jahren hat sich die Saarbrücker Wilhelm-Heinrich-Brücke sehr gut gehalten. Sie weist an der Unterseite Schäden und Abnutzungen im Beton auf, ist aber mit den Belastungen des Straßenverkehrs, mit Wetter, Streusalz und Schadstoffen der Luft den Umständen entsprechend sehr gut klar gekommen.

Vermutlich lag das vor allem daran, dass die planende und bauausführende Firma Heinrich Lenhardt aus Saarbrücken 1960 und 1961 schon vorzügliche Arbeit geleistet hatte, wie Diplom-Ingenieur Bernd Gulich vom städtischen Amt für Straßenbau und Verkehrsinfrastruktur weiß. Die gute Bausubstanz wurde denn in der Folge auch durch gewissenhafte Pflege erhalten. Gulich ist derzeit mit der Aufgabe betraut, eine große Instandsetzung und Ertüchtigung der Brücke zu beaufsichtigen. Sie soll nämlich weitere 50 Jahre ihren Dienst tun, also Menschen und Fahrzeuge über die Autobahn und über die Saar bringen. Und weil sie zum Projekt „Stadtmitte am Fluss“ gehört, darf es diesmal auch eine zusätzliche Verschönerung sein. Laien mögen den Aufwand kaum glauben, aber jeder einzelne Quadratmeter der 161 mal 40 Meter großen Brücke und der Pfeiler wurde (ab 2012) auf Schadstellen im Beton untersucht, und zwar mit exakt vier Hammerschlägen je Quadratmeter. Mit dieser ebenso archaischen wie wirksamen Methode werden Schwachstellen und Hohlräume aufgespürt, die durch rostenden Bewehrungsstahl entstanden. Rostendes Eisen dehnt sich aus und sprengt Beton weg.

Es gibt Tausende dieser Stellen in der Brücke. Die enorme Zahl rührt daher, dass die Betonbauer früher die Drahtreste, mit denen sie die Eisen verbanden, einfach in die Verschalung warfen. Diese Drahtfitzelchen kamen also weit außen im Beton zu liegen und wurden im Lauf der Jahrzehnte die Vorboten des Rostes – weniger eine statische, als eine optische Beeinträchtigung. Die Schadstellen werden nun freigelegt, gesäubert, die Bewehrungseisen werden mit Rostschutz gestrichen, danach werden die Löcher wieder mit Betonpfropfen verfüllt und obenauf kommt ein moderner, kunststoffhaltiger Mörtel, der das Ganze noch besser vor äußeren Einflüssen schützen soll. Und danach darf es noch ein Anstrich mit einer Farbe sein, die chemisch genau zu dem Mörtel passt und auch noch gegen Graffiti schützt.

Viele Arbeiten auf der Baustelle sind ziemlich schwer, da sie über Kopf ausgeführt werden müssen, auf dem Gerüst stehend. Wer vier Stunden mit dem Hammer auf eine Decke geschlagen oder die extrem laute Wasserstrahl-Maschine bedient hat, sehnt sich nach Abwechslung. Zum Glück, berichtet Bauleiter Patrick Laufer von der ausführenden Firma Aventas, gebe es ja auch anderes zu tun. Seit August, als die Illinger hier anfingen, gab es übrigens weder einen Unfall noch sonst eine unliebsame Begebenheit. In die Saar ist auch niemand gefallen. Auch mit den vielen Tauben kommen die Männer gut klar. In Zusammenarbeit mit dem Verein Stadttauben werden die Tiere dort, wo sie künftig nicht mehr geduldet werden, sozusagen sanft „entmietet“. Ihre früheren Schlupflöcher werden fast alle verbaut, so dass sie neue Bleiben suchen müssen. Tonnenweise wurden übrigens von einer Firma Taubenkot und Tierkadaver der letzten Jahre aus den Hohlräumen der Brücke geholt und entsorgt. Diese Schädigungen will man sich künftig ersparen. Bis Juni soll die Instandsetzung der Brückenunterseite fertig werden. Für die noch ausstehenden Arbeiten im Bereich der Autobahn wird man ohne Sperrungen nicht auskommen. Ob halbseitige oder volle, das ist noch nicht entschieden. Alles in allem sollen die Arbeiten 1,8 Millionen Euro kosten, wobei Personalkosten die größte Position ausmachen.

Die Brücke gehört übrigens zu zwei Dritteln dem Land, die Baustelle wird aber von der Stadt gemanagt, weil sie die Arbeiten veranlasst hatte. Die Kosten werden entsprechend der Besitzanteile getragen.

 

Zum Thema:
Über die Sanierung der Fahrbahn auf der Wilhelm-Heinrich-Brücke wird der Stadtrat nach der Sommerpause entscheiden. Die Verwaltung habe sich gestern mit den Fraktionen darauf verständigt, eine Entscheidungsvorlage dann den städtischen Gremien vorzulegen, teilte Stadtsprecher Robert Mertes mit. „In der Vorlage werden wir die Planung, die endgültige Finanzierung und die Verkehrsführung darstellen.“ Der Stadtrat hatte im vergangenen Jahr bereits entschieden, dass die Autofahrer auf jeder Seite zugunsten der Radler auf eine Spur verzichten. Als Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer aber die Sanierung auf dieses Jahr verschob, begann die Diskussion erneut. sm
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