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Sasic weg - FCS braucht neuen Trainer

Milan Sasic hat resigniert. Nach einer Serie von Niederlagen mit dem akut abstiegsgefährdeten Drittligisten 1. FC Saarbrücken reagierte der Trainer am Abend auf den immensen Druck und erklärte seine Bereitschaft zum Rücktritt. Hartmut Ostermann, Präsident des Tabellenletzten, gab die Sprachregelung gegenüber der Saarbrücker Zeitung mit folgenden Worten bekannt: „Milan Sasic ist an mich herangetreten und hat um sofortige Auflösung seines Vertrages gebeten. Der Bitte habe ich entsprochen.“ Co-Trainer Fuat Kilic soll heute das Training leiten. „Einen neuen Trainer haben wir noch nicht“, fügte Ostermann hinzu. Sasic war seit September 2013 im Amt.

Der unrühmliche Abgang des Trainers ist der vorläufige Höhepunkt einer dramatischen Entwicklung, die mit dem enttäuschenden Saison-Auftakt unter Trainer Jürgen Luginger begann. Kurz nach dessen Entlassung war es auch im Präsidium und danach im Aufsichtsrat des saarländischen Traditionsvereins zum Führungswechsel gekommen: Auf Präsident Paul Borgard folgte Mäzen und Ex-Präsident Hartmut Ostermann, auf Reinhard Klimmt dann Michael Arnold als neuer Aufsichtsratschef. Arnold hatte sich schon nach der Niederlage des FCS beim Derby in Elversberg kritisch über den Trainer geäußert und erklärt, das „Projekt Milan Sasic (sei) ganz stark gefährdet“.

Noch gestern morgen hatte Präsident Ostermann beim Redaktionsgespräch in der SZ versucht, das Dilemma des 1. FCS zu erklären. „Jeder hat seine Meinung. Ich habe meine, Arnold seine. Das ist auch in Ordnung. Aber Personalfragen sollten wir intern klären“, so Ostermann. Doch schon bei der Verpflichtung von Sasic hatte es intern kritische Stimmen gegeben. Ostermann, der die Musik beim Klub bezahlt, konnte seinen Wunschtrainer aber durchsetzen. Umso schwieriger war es für ihn, sich vom Trainer, der innerhalb weniger Monate den halben Verein gegen sich aufgebracht hatte, wieder zu lösen. Als der Erfolg aber auch im neuen Jahr ausblieb, obwohl Sasic in der Winterpause praktisch eine komplette neue Mannschaft „zusammenkaufen“ durfte, sah auch Ostermann Handlungsbedarf: Dem Vernehmen nach ließ er heimlich nach einem anderen Trainer suchen – wurde aber bis gestern Abend nicht fündig.

Das erklärt auch die Zurückhaltung, die der Präsident am Morgen beim Redaktionsgespräch mit der SZ an den Tag legte. „Nach einem Spiel“ (in Elversberg) einen Trainer zu feuern, „ist nicht meine Art“, so Ostermann. Zumal Sasic bei seinen vorherigen Stationen in Koblenz, Kaiserslautern und Duisburg Erfolg gehabt habe. Richtig ist aber auch, dass Sasic an allen drei Stationen daran gescheitert war, was viele Fans ihm auch in Saarbrücken vorwarfen: Er sei ein Trainertyp, der nicht mehr zeitgemäß sei. Zu autoritär. Er verstehe die Sprache und Gedanken junger Spieler nicht mehr. Die beschwerten sich nach Informationen der SZ auch, aber offensichtlich nicht beim Chef direkt. „Ich habe nach dem Elversberg-Spiel lange mit unserem Kapitän Timo Ochs gesprochen“, sagte Ostermann. Da habe es keine Kritik am Trainer gegeben.

Kritik hagelte es aber aus der Jugendabteilung. Sasic brauche „zu viele Trainingsplätze“, Jugendmannschaften müssten auf fremde Plätze ausweichen. Der Trainer habe das Büro der Jugend sogar räumen lassen, um selbst einzuziehen. Zudem ließ er die Profi-Kabinen zu Ungunsten der Jugend ausbauen und begründete dies mit einer „Grippegefahr“ für seine Spieler. Das Präsidium ließ den Trainer gewähren.

Mittlerweile hat der FCS neun Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Zuletzt gab es fünf Niederlagen in Folge, gegen Osnabrück am Samstag gar ein 1:4. Nach 16 Pflichtspielen hat Sasic sein Engagement mit einer der schlechtesten Punkte-Bilanzen aller FCS-Trainer (1,06) abgeschlossen. „Ich habe keine Fortschritte feststellen können“, musste Ostermann denn auch im Redaktionsgespräch zugeben. Die Frage nach einem Sportdirektor beantwortete er so: „Gute Manager, wie zum Beispiel Christian Heidel in Mainz, wachsen nicht auf den Bäumen.“ Was der Verein nun braucht? „Ganz einfach, pro Spiel im Schnitt zwei Punkte“, rechnete Ostermann vor, dann könne man die Klasse halten. Und wenn es nicht klappt, bleibt er dann Präsident? „Mit dieser Frage beschäftige ich mich nicht. Denn wir bleiben drin.“
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