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Sauerland-Gruppe bricht ihr Schweigen

Als erster von vier Angeklagten (darunter auch der Neunkircher Daniel S.) begann er am Montag in dem Terrorprozess vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht mit einem umfassenden Geständnis.

Ursprünglich habe er im Irak in den Heiligen Krieg ziehen wollen, das sei jedoch nicht gelungen, berichtete der zum Islam konvertierte Deutsche. Die vier Angeklagten sollen geplant haben, mit Autobomben Anschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland zu verüben.

Bei der Terror- und Kampfausbildung in Waziristan sei er davon überzeugt worden, dass es besser sei, Anschläge in Europa zu begehen, sagte Gelowicz aus. «Auch bei El Kaida gab es damals keinen Europäer, der die Möglichkeit hatte, Anschläge in Europa zu begehen. Wir haben uns bereiterklärt, weil es niemand anderen gab.»

Außerdem seien Anschläge auf US-Amerikaner im benachbarten Afghanistan «sehr schwer» gewesen. Auf einen gelungenen Anschlag kämen zehn gescheiterte. Der Chef der Gruppe, die sie ausbildete, ein gewisser «Achmed», habe argumentiert, dass ein Anschlag auf die Amerikaner im Ausland «mit viel weniger Aufwand viel größere Wirkung erzielt». Das habe ihn überzeugt, sagte Gelowicz.

Zuvor seien er und seine Kumpane über Istanbul und Teheran nach Pakistan gereist und dort von «pakistanischen Taliban» und schwer bewaffneten Mudschahedin empfangen worden. Nahe der Stadt Mil Ali seien sie wochenlang in Lehmhäusern ausgebildet worden, etwa im Schießen mit einer Kalaschnikow. Dabei habe er auch schon als Test einen 100-Gramm-Sprengsatz auf Wasserstoffperoxid-Basis gezündet. Auch der Bau von Schaltkreisen und Zündern habe auf dem Lehrplan gestanden.

Das Gericht stufte die 1200 Seiten Geständnisse, die die Angeklagten in den vergangenen Wochen in der Haft Beamten des Bundeskriminalamts zu Protokoll gaben, als glaubwürdig ein. Der Vorsitzende Richter Ottmar Breidling zeigte sich beeindruckt vom Umfang und von der Offenheit der Aussagen. «Wir werden das Verfahren schneller abschließen können», kündigte er an. «Wir haben den Eindruck, die Karten wurden ungezinkt auf den Tisch gelegt.»

Den Angeklagten wird die Vorbereitung von Bombenattentaten auf amerikanische Einrichtungen in Deutschland vorgeworfen. Die Gruppe war im September 2007 aufgeflogen. Bei ihnen waren 730 Liter Wasserstoffperoxid sichergestellt worden, der nach Überzeugung der Ermittler der Grundstoff für verheerende Autobomben sein sollte.

Drei der vier Angeklagten wurden im sauerländischen Oberschledorn von der Polizei-Eliteeinheit GSG 9 festgenommen, wo sie der Anklage zufolge in einem Ferienhaus begonnen hatten, die Autobomben zu bauen. Heimlich hatten die Ermittler allerdings bereits das Wasserstoffperoxid in einem Depot der Islamisten durch eine stark verdünnte Lösung ersetzt, um die unmittelbare Gefahr zu bannen. Wie sich später bei Tests zeigte, war der Großteil der 26 Sprengzünder, die bei ihnen gefunden wurden, defekt oder untauglich.

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