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Sauerland-Prozess: Haftbefehl gegen fünften Mann

Der Haftbefehl richtet sich gegen den Türken Mevlüt K. wegen der Unterstützung einer inländischen terroristischen Vereinigung und wurde am Donnerstag gestellt. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft bestätigte am Sonntag entsprechende Berichte der Magazine „Der Spiegel“ und „Focus“. Eine Entscheidung des Ermittlungsrichters stehe noch aus. Es sei nicht abzuschätzen, wann sie zu erwarten sei.

Der 30 Jahre alte Türke stehe im Verdacht, den vier Mitgliedern der islamistischen Sauerland-Gruppe geholfen zu haben, 26 Sprengzünder für eine geplante Anschlagsserie nach Deutschland zu schaffen. Gegen den früher in Ludwigshafen lebenden Mann werde seit Dezember 2007 ermittelt. Die Vorwürfe gegen Mevlüt K. verdichteten sich zunehmend - zuletzt durch Geständnisse im Prozess gegen die Sauerland-Gruppe vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Zu Einzelheiten wollte der Sprecher der Bundesanwaltschaft aber keine Angaben machen.

Mevlüt K. soll die Zünder aus unbekannter Quelle in der Türkei entgegengenommen und auf den Weg nach Deutschland geschickt haben. Sein Kontaktmann soll der Düsseldorfer Mitangeklagte Atilla Selek gewesen sein.

Dieser sagte laut „Spiegel“ beim Bundeskriminalamt (BKA) aus, ohne die Hilfe von K. hätte er „es nicht geschafft“. Der Türke aus Ludwigshafen soll dem Bericht zufolge nach Erkenntnissen des BKA zu diesem Zweck ein eigenes Dschihadisten-Netzwerk in Deutschland und auf dem Balkan eingespannt haben. Nach Aussagen Seleks soll K. in Istanbul als Anlaufstelle für Islamisten fungiert haben, die in Tschetschenien kämpfen wollten. Zudem habe er behauptet, in der Vergangenheit mit dem Kaida-Mann Abu Mussab al-Sarkawi zusammengearbeitet zu haben, berichtet das Magazin Zugleich soll K. nach den Berichten beider Magazine Zuträger des türkischen Geheimdienstes gewesen sein. Ermittler vermuteten ihn weiterhin in der Türkei, schreibt der „Spiegel“.
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