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Schäferhündin Safija bringt ihr blindes Frauchen sicher durch den Alltag

Blindenführhund Safija führt ihr Frauchen Manuela Veith durch die Fußgängerzone in Saarbrücken. Foto: Becker & Bredel

Blindenführhund Safija führt ihr Frauchen Manuela Veith durch die Fußgängerzone in Saarbrücken. Foto: Becker & Bredel

Safija trägt die Verantwortung für ein Menschenleben. Sie ist vier Jahre alt, 60 Zentimeter groß und hat weißes, flauschiges Fell. Jeden Morgen startet sie gemeinsam mit Manuela Veith in den Tag. Aufmerksam lenkt Safija ihr Frauchen an Hindernissen vorbei, führt sie über die Straße und zeigt jegliche Art von Stolperfallen an. Die ausgebildete Blindenführhündin erledigt ihre Aufgabe gewissenhaft – und mit großer Freude. „Ich kann mich einfach zu hundert Prozent auf Safija verlassen“, sagt Veith, „sie gibt mir unglaublich viel Sicherheit.“

Die 37-Jährige ist nicht von Geburt an blind. Erst mit 13 Jahren erkrankt sie an einer Netzhautablösung, verliert das Augenlicht. „Für mich stand schnell fest, dass ich einen Führhund haben möchte“, erinnert sich Veith aus Püttlingen. Sie sei mit Tieren aufgewachsen. Eine Bekannte vermittelt ihr den Kontakt zur österreichischen Schule für Blindenhunde. „Ich wollte immer einen weißen Schäferhund haben, die werden aber nur von wenigen Schulen ausgebildet“, berichtet Veith. 1997 erfüllt sich ihr Traum. Mit 19 Jahren bekommt sie ihren ersten Blindenführhund.

Und seitdem hat sich für die junge Frau einiges verändert. „Mit dem Stock habe ich mich nie wirklich rausgetraut. Durch den Hund bin ich viel selbstständiger geworden. Ich kann mich frei bewegen“, erzählt Veith. Mittlerweile fährt sie sogar allein in Urlaub und arbeitet im Klinikum auf dem Winterberg. Safija begleitet sie. Immer. Auch ins Büro. „Meine Kollegen mögen Safija sehr“, sagt Veith. Ihr Hund würde ohnehin meist freundlich empfangen. Lediglich in manchen Lebensmittelläden sei Safija nicht willkommen. „Aber das lasse sich meist durch ein Gespräch klären“, berichtet Veith.

Safija ist bereits ihr dritter Führhund. Seit zwei Jahren meistern die beiden den Alltag nun schon gemeinsam. „Wir sind ein eingespieltes Team“, sagt Veith. Doch bis dahin war es ein weiter Weg. Safija wuchs ein Jahr lang in einer Patenfamilie auf. Anschließend wurde getestet, ob sie den Anforderungen gewachsen ist, die ein Blindenführhund erfüllen muss. Es folgte eine neunmonatige Ausbildung und eine vierwöchige Eingewöhnungsphase. Mit knapp zwei Jahren durfte Safija dann zu ihrem Frauchen ins Saarland ziehen. Die Hündin kennt 75 verschiedene Hörzeichen. Sie versteht Richtungsangaben wie „links“, „rechts“ oder „geradeaus“. Außerdem zeigt sie auf Befehl Ampeln, Treppen, Busse und Züge.

Manuela Veith kennt die Stärken und Schwächen ihres Hundes ganz genau und weiß, damit umzugehen. So habe auch Safija nicht immer Lust, zu arbeiten. „Wenn sie einen schlechten Tag hat, merke ich ihr das schon an“, erzählt Veith. Und wenn andere Hunde mit ihr spielen möchten, dann falle es der Schäferhündin oft schwer, sich zu konzentrieren, berichtet Veith weiter. Doch die 37-Jährige kann Safija nur selten böse sein. „Letztendlich ist und bleibt Safija ein ganz normaler Hund“, sagt sie, denkt kurz nach und fügt hinzu: „Ein ganz normaler Hund, dem ich mein Leben anvertraue.“
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