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Schäferhund weckt Familie in brennendem Haus - Feuerwehr findet ihn später tot

Feuerwehren holten über eine Leiter die vom Brand Eingeschlossenen aus dem Dachgeschoss ins Freie. Leserreporter: M. Charpentier

Feuerwehren holten über eine Leiter die vom Brand Eingeschlossenen aus dem Dachgeschoss ins Freie. Leserreporter: M. Charpentier

Dramatische Rettungsaktion in der Nacht auf Montag: Flammen haben zwei Menschen im Dachgeschoss eingeschlossen. Sie rufen von einem Fenster aus um Hilfe. Keine Chance, sich selbst aus der gefährlichen Lage zu befreien. Der sichere Weg nach außen ist versperrt.

Wie Freisens Feuerwehrsprecher Dirk Schäfer berichtet, war der Brand im ersten Stock eines Hauses in der Burgstraße ausgebrochen. „Direkt unterhalb ihres Schlafzimmers, das sich im Dachgeschoss befand.“ Hätte es da nicht jemanden im Gebäude gegeben, der von der brenzligen Lage Wind bekommen hätte und aufgeschreckt worden wäre, ist Schäfer überzeugt, wäre wohl jede Hilfe für die Bewohner zu spät gekommen.


Denn die Hausbesitzer hatten einen tierischen Lebensretter: einen Schäferhund . Der weckte sein Herrchen und dessen Frau durch lautes Gebell. Doch da war ihnen der Fluchtweg durchs Treppenhaus wegen des dichten Qualms bereits versperrt. Und so auch der direkte Kontakt zu dem Helden auf vier Pfoten.

Gegen 0.30 Uhr kamen gleich fünf Wehren zur Unglücksstelle. Der Einsatz der ersten Helfer erfolgte rasch, weil sich das Feuerwehrhaus in unmittelbarer Nähe befindet. Die Retter lehnten eine Leiter ans Dachfenster, um die Eingeschlossenen zu befreien. Es wurde gar nicht erst probiert, die Opfer über den üblichen Weg zu lotsen. Die Gefahr durch Rauch und Feuer war einfach viel zu groß. Der 60-Jährige und die 55 Jahre alte Frau entkamen somit übers Dach und die Leiter dem Brand.

Mit Verdacht auf Rauchvergiftung mussten die beiden ins Marienkrankenhaus nach St. Wendel.

Immens trauriger ist allerdings, was sich unterdessen im Stockwerk darunter abspielte: Löschtrupps stiegen mit Atemschutzgeräten ins Gebäude ein und fanden dort den Hund – allerdings nur noch tot. Feuerwehrsprecher Schäfer: „Das Tier ist erstickt.“

Außerdem wurde beim Einsatz ein Feuerwehrmann verletzt. Der 32-Jährige kam ebenfalls in die Klinik der Kreisstadt, weil Sanitäter Rauchvergiftung annahmen. Mittlerweile ist er aber wieder wohlbehalten entlassen.

Obwohl der Brand rasch unter Kontrolle war, dauerte der Einsatz zwei Stunden. Denn die Helfer suchten mit einer Wärmebildkamera nach versteckten Glutnestern, die möglicherweise die Flammen hätten erneut aufflackern lassen können. Unglücksursache und Schadenshöhe werden derzeit von der Polizei ermittelt. Wie ein St. Wendeler Behördensprecher Montagnachmittag berichtete, waren Brandermittler an Ort und Stelle, hatten aber noch keine Resultate parat. Das Haus ist unter anderem wegen Löschwasserschäden bis ins Erdgeschoss nicht zu bewohnen.

Neben den Feuerwehren aus Freisen , Haupersweiler, Reitscheid, Grügelborn und St. Wendel waren Rettungswagen aus Freisen , Türkismühle und Birkenfeld vor Ort.
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