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Schausteller Sartorio sieht seine Existenz bedroht – Vorwürfe gegen Stadt St. Ingbert

Während die Besucher der St. Ingberter Kirmes ausgelassen feiern, sich vom bunten Leben treiben lassen und Zeit mit Freunden, Kindern und Familie genießen, steht Patrick Sartorio abseits des Trubels. Seine Gedanken schweifen ab und sind getrübt. Von Ängsten und Sorgen.

„Es geht hier um meine Existenz“, sagt Patrick Sartorio, dessen Familie schon im 19. Jahrhundert als Schausteller durch die damals noch bayerischen Lande zog. Der St. Ingberter betreibt den Familienbetrieb nun in fünfter Generation – und steht nach eigenen Angaben unter Druck. „Mein Umsatz ist schon im vergangenen Jahr um 25 Prozent eingebrochen.“ Deshalb habe er sich auch sofort für den zweiten Ausschankplatz auf der Kirmesplatz beworben – allerdings ohne Erfolg.

„Abgekartet“, „gemauschelt“, „unter der Hand“ wären die Plätze auf der St. Ingberter Kirmes in der Kneipe „Die Schmidd“ vergeben worden, so sein Vorwurf. Ein schwerer Vorwurf, zu dem sich die Stadt gestern nicht äußern konnte, der aber im Ordnungsamt nur Kopfschütteln hervorrief. Die beiden zuständigen Kollegen seien krank oder im Urlaub. Es fehlten Informationen, um sich hierzu äußern zu können, hieß es aus der Pressestelle. Die Stadt und das zuständige Ordnungsamt haben aber in diesem Zusammenhang bereits mehrfach betont, dass es ein neues Punktesystem gibt, nach dem entschieden werde, welche Aussteller den Zuschlag für Plätze erhielten.

In der neuen Marktordnung der Stadt St. Ingbert wird neben grundsätzlichen Voraussetzungen wie behördlichen Genehmigungen ( TÜV , Versicherungen oder Gewerbeschein) als oberstes Ziel die Unterhaltung der Besucher aufgeführt. So soll sich die Kirmes neben einem vielfältigen Angebot auch in einem attraktiven Gesamtbild zeigen. Als Kriterien für die Auswahl der Aussteller werden deshalb unter anderem Attraktivität des Geschäfts, Waren- und Leistungsangebot, sowie die Begrenzung gleichartiger Angebote aufgeführt. Weiter werden in der Marktordnung das äußere Erscheinungsbild, Bekanntheitsgrad oder Bewährtheit der einzelnen Geschäfte genannt, nach denen die Bewerber bewertet werden.

Als „ St. Ingberter Bub“ fühlt sich Sartorio in seiner Heimatstadt dennoch benachteiligt. „Es ist schade, dass ich als St. Ingberter keinen zweiten Platz bekommen habe“, erklärt er enttäuscht. Auch, weil er sich von der Stadt und den anderen Schaustellern geschnitten fühlt.

Er spricht laut, wobei dies nicht aus Wut geschieht – obwohl er aus seiner Sicht allen Grund dazu hätte – sondern weil er nicht mehr so gut höre. Nachwirkungen seines Schlaganfalls von 2007, der sein Leben komplett umgekrempelt habe. „Ich musste erstmal wieder laufen lernen“, sagt er. Seitdem sei es ein ständiger Kampf. Weil er seiner Arbeit nicht den gewohnten Umfängen nachgehen konnte. Deshalb habe er sich 2013 schweren Herzens von seinem Autoscooter getrennt – sein letztes Fahrgeschäft. „Aber ich bin das Herumziehen gewohnt“, sagt er. Seitdem ist der extra für die Kirmes angefertigte Ausschankwagen seine Existenz. Und weil die bedroht ist, ist ihm selbst auf der Kirmes nicht nach Feiern zumute.

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