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Schicksal: So findet Samira (19) nach schwerem Unfall zurück ins Leben

 In zwei Jahren eine Ausbildung beginnen und in fünf Jahren nach Berlin umziehen, ist die Vision der 19-jährigen Samira Klos. An sich keine außergewöhnlichen Wünsche für einen Teenager. Doch blickt man zwei Jahre zurück, verfolgt den Lebensweg der Gersheimerin, wird aus Gewöhnlichem sehr Außergewöhnliches. Am 19. Oktober 2012 veränderte sich ihr Leben schlagartig. Bei einem Verkehrsunfall, nicht weit von ihrer Wohnung im Gersheimer Industriegebiet, wurde sie auf dem Weg zum Bus, der sie zu ihrem Dienst zum Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) in die Bliestal Kliniken bringen sollte, sehr schwer verletzt. Sie rang anschließend stundenlang mit dem Tod, wurde im Saarbrücker Winterberg Klinikum notoperiert.
 

Zahllose Knochenbrüche



Sie hatte mit einem Schädel-Hirn-Trauma, zahllosen Knochenbrüchen schwerste Verletzungen erlitten. Von einer Sekunde auf die andere war der Zukunftsplan, Rettungssanitäterin zu werden, in weite Ferne gerückt. Nach der intensivmedizinischen Behandlung folgte im Dezember 2012 die neurologischen Frühförderung in der Sonnenberg-Klinik Saarbrücken. Erste Fortschritte stellten sich ein. Die Cura-Med Süd-Warndt Klinik in Karlsbrunn, wo an die bisherige Rehaphase angeknüpft wurde, um die weiterführende, rehabilitativ ausgerichtete stationäre Therapie, Pflege und fachärztliche Versorgung sicher zu stellen, war ab Oktober 2013 nächste Station. Samira machte dort dank einer intensiven und herzlichen Betreuung große Fortschritte, lernte schnell laufen, begann auch wieder zu schreiben, konnte am Leben wieder teilhaben. Am 17. April kehrte sie nach Hause zurück.

„Dass Samira heute hier sitzt, ist nicht erklärbar und grenzt an ein Wunder“, stellt ihre Mutter Andrea beim Gespräch in der Wohnung fest. Das junge Mädchen verlebt gemeinsam mit ihren vier Geschwistern und ihren Eltern Andrea und Dieter einen fast normalen Tagesablauf, versorgt sich selbst. Sie wäscht ihre Kleider, kann Kaffee kochen, Kuchen backen. Sie kann mit ihrem Smartphone simsen, ist oft online auf Facebook . Ihre liebste Beschäftigung ist aber das Tabletspiel Dots, bei dem sie Punkte auf der Oberfläche bewegt, Aufmerksamkeit trainiert. Gemeinsam mit einer Ergotherapeutin, einer Logopädin und einer Physiotherapeutin, arbeitet sie erfolgreich an der weiteren Verbesserung ihres Gesundheitszustands.

Samira ist aber auch oft allein. Von ihrem Freundes- und Bekanntenkreis vor dem Unfall ist nur ein kleiner Rest übrig geblieben. „Ich habe nur noch wenige Freunde“, stellt sie traurig fest. Sie hätte doch gerne mehr Kontakt. Mit dem Fahrer des Unfallwagens hat sie Kontakt, er hat sie auch während der Krankenhausbehandlung immer wieder besucht. Heute unternehmen sie manchmal was gemeinsam. Er geht mir ihr Essen oder trifft sich auf einen Plausch in einer Gaststätte.

Hinter Samiras Familie liegt eine Zeit außergewöhnlicher Belastungen und Prüfungen. Das Familienleben hat sich grundlegend verändert. „Alles wurde auseinander gerissen, nichts ist mehr so wie es war und wird es auch nicht mehr werden.“
 

Streitigkeiten mit Behörden

Hinzu kommen die Streitigkeiten mit Behörden und Krankenkasse. Doch rückte die siebenköpfige Familie auch enger zusammen, schaffte bisher, alle Unwägbarkeiten und existenzgefährdenden Klippen zu umschiffen, sieht zuversichtlich in die Zukunft. Samira, die in ihrem siebenjährigen Australian Shepard/Border Collie Little Blue einen tollen Spielkameraden hat, versprüht die Energie, wieder ganz selbstständig zu werden, um sich den Berufswunsch erfüllen zu können.
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