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Schiff „Joyce-Medea“ muss weg vom Landwehrplatz

Nachrichten aus der Region Saarbrücken.

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Sie sind einige Male ganz weit rausgefahren, die Männer und Frauen, die regelmäßig an Bord der „Joyce- Medea“ klettern. Und sie haben dabei mit ihrem Boot den Landwehrplatz nie verlassen. Bei ihren Versuchen, Spinnerei auf Wirklichkeit treffen zu lassen, haben sie sich im Bauch des Schiffes am Ofen gewärmt oder sich auf Deck in der Sonne geräkelt. In den kommenden Wochen wird das Schiff, das von einer Gruppe um den Schauspieler Boris Pietsch auf den Platz gestellt wurde, eine ganz konkrete Reise antreten. Ein Jahr lang war es ein Ort des Nachdenkens und des Fantasierens, nun muss es runter vom Landwehrplatz.

Das Schiff, das zuvor 14 Jahre lang ungenutzt auf der Werft in Rilchingen-Hanweiler lag, wurde im Oktober vergangenen Jahres vor der Alten Feuerwache abgestellt. Es diente als Kulisse für einen Film, der auf der Bühne im Theater Teil der Inszenierung von Graham Greens Stück „Die Stunde der Komödianten“ war. Für den Schauspieler Pietsch war das Schiff von Anfang an mehr als Kulisse. Ein Labor sei es, ein wissenschaftliches Experimentierfeld, auf dem „die Wirklichkeit ein Stück verschoben“ werden soll, um den Blick frei zu kriegen auf das wirkliche Leben.

Ein Leben, das den Menschen nicht wie ein Tiger jagt. „Lerne den Tiger zu reiten, von innen, sonst wird dein Rennen sich beschleunigen bis zum unausweichlich letzten Kampf“, schrieb Pietsch in seinem „Manifest“, das er ans Schiff klebte. Nächster „Hafen“ für die „Joyce-Medea“ soll nun der Universitäts-Campus sein. Weil der Uni-Senat erst Mitte November zusammenkomme und entscheiden könne, ob er das Schiff und die Ideen, die es transportiert, haben will, hoffen Pietsch und seine Mannschaft, dass die Saarbrücker Stadtverwaltung dem Schiff so lange „Liegerecht“ auf dem Landwehrplatz gewährt.

Am kommenden Samstag nimmt die Crew allerdings schon mal Abschied. Mit Aktivisten der Weltveränderungsorganisation Attac eröffnet das Team der „Joyce-Medea“ ab 16 Uhr „Käpt’n Ahabs Suppenküche“. Man wolle mit allen, die sich für das Schiff und die „Gestrandeten der europäischen Flüchtlings- und Arbeitsmarktpolitik“ interessieren, kochen und aus dem Klassiker „Moby Dick“ vorlesen – also in Gedanken noch einmal ganz weit rausfahren, ohne den Platz zu verlassen.

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