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Schlagring und Messerstiche: Mann (20) tickt aus

Saarbrücken. Vor dem Landgericht hat gestern ein Prozess gegen einen 20-jährigen Saarländer begonnen. Seine Freundin hatte ihm eröffnet, dass sie von ihrem Vater missbraucht worden sei. Bei einer Unterredung am 14. Januar 2009 soll er dann auf den Vater seiner Freundin mit einem Schlagring eingeschlagen und mit einen Messer auf den am Boden Liegenden eingestochen haben. „Gleich schreist du nicht mehr“ soll der Angeklagte während der Messerstiche gesagt haben. Der Mann wurde lebensgefährlich verletzt.Gestern begann der Prozess vor dem Landgericht wegen versuchten Totschlages. Der Angeklagte sitzt in Untersuchungshaft.
Vor Prozessbeginn hatte der Vorsitzende Richter angeordnet, der Angeklagte dürfe im Gerichtssaal nicht fotografiert werden. Ungewöhnlich – damit er den Fotografen auch nicht auf den Gerichtsfluren begegnet, wurde er durch das Beratungszimmer in den Verhandlungsraum geführt.

In der Familie kriselte es

Durch seinen Verteidiger ließ der Angeklagte mitteilen, dass er sich zu dem Vorwurf nicht äußern wolle, auch zu seiner Person will er keine Angaben machen. So kam zunächst das Opfer des Anschlags, ein 39-jähriger Metallarbeiter zu Wort. Er sei in der Tatnacht von seiner Tochter angerufen worden, sie müsse ihn dringend sprechen, sein Sohn befinde sich im Krankenhaus. Eher widerwillig stimmte er einem Treffen zu. In der Familie kriselte es. Nach der Scheidung lebt der Mann wieder bei seinen Eltern, die Tochter darf dort das Haus nicht betreten. Sie ihrerseits wirft ihrem Vater sexuellen Missbrauch vor.

Bei dem Treffen vor der Haustür sei über den Krankenhausaufenthalt und über finanzielle Dinge gesprochen worden. Die Tochter habe sich im Laufe des Gesprächs zurückgezogen und er habe nur noch mit dem Angeklagten gesprochen. Bei der Verabschiedung habe der ihm plötzlich von hinten einen scharfkantigen Gegenstand an den Hals gedrückt. Er konnte sich entwinden und sei zu Boden gefallen. Dann habe der Angeklagte mit einem Schlagring auf ihn eingeschlagen und als er sich aufrichtete, habe er zwei Messerstiche in den Rücken erhalten. Dennoch konnte er fliehen, vom Angeklagten verfolgt. Er klopfte hilfeschreiend heftig am Rollladen der elterlichen Wohnung. Erst als Licht anging und der Laden geöffnet wurde, sei der Angeklagte weggelaufen. Der Prozess wird heute fortgesetzt. jht

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