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Schlau ist anders: Mann (29) lud Polizei in Wohnung ein. Die fand dort Drogen

Den Überblick über die Folgen seines Tuns hat offenbar ein Dillinger Autofahrer verloren. Ohne Führerschein, aber unter Drogen am Steuer erwischt, lud er die Polizei nach Hause ein, womit er sich nur Schereien einhandelte.

Von SZ-Redakteur Harald Knitter


Dillingen.
So viel Mithilfe hat die Dillinger Polizei selten: Eine Streife hatte am Mittwoch gegen 17.15 Uhr einen Autofahrer vor dem Saardom angehalten, der ihr als drogenabhängig bekannt war. Er musste nicht nur eine Blutprobe abgeben, weil Symptome darauf hinwiesen, dass er unter Drogeneinfluss am Steuer saß.

Er hatte bei der Verkehrskontrolle zudem keinen Führerschein bei sich. Daraufhin bot er nicht nur an, dass die Beamten die Fahrerlaubnis bei ihm zu Hause einsehen, sondern er ließ sie sogar bereitwillig in die Wohnung – was keine Pflicht gewesen wäre. „Bereits an der Tür kam der Streife ein süßlicher, Cannabis-ähnlicher Geruch entgegen“, berichtete Polizeichef Klaus Ney, „und auf dem Boden lagen Hanfblätter.“

Als Quelle zeigte der 29-Jährige eine einzelne vertrocknete Pflanze vor. Doch schon in der Küche fanden die Polizisten eine einen Meter hohe Hanfpflanze in einem Kübel, auf dem Balkon elf weitere Pflanzen zwischen 40 und 150 Zentimetern in Eimern.

Schnell nährte sich der Verdacht, der heimische Anbau diene nicht allein dem Eigenbedarf, wegen etlicher Fundstücke: Feinwaage, Wärmelampe, Kartons mit geernteten Hanfblättern sowie fünf 500-Euro-Scheine. Es wäre laut Polizeiakten nicht das erste Mal, dass er wegen Drogenhandels auffiele. Die Kriminalpolizei-Inspektion ermittelt nun weiter.

Erklärungsbedarf entstand obendrein, wieso er neuwertige, teils hochwertige elektronische Geräte in seiner Wohnung lagert und woher er 70 originalverpackte Headsets hat.

Als die Sprache auf den ursprünglichen Anlass des Besuches kam, konnte der unglückselige Autofahrer zu allem Überfluss seinen uniformierten Gästen nur einen Führerschein aus Tschechien vorlegen. Seinen deutschen hatte er wegen Trunkenheit am Steuer entzogen bekommen und später auch nicht zurückerhalten, weil er die notwendige Medizinisch-Psychologische Untersuchung nicht bestand.

Da der Mann zum Zeitpunkt des Ausstellens keinen Wohnsitz in Tschechien hatte, ist der Führerschein laut Ney in Deutschland ungültig und wurde eingezogen. Dafür erhält der 29-Jährige eine Strafanzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.



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