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Schlechte Noten für Gesundheits-schutz

Saarbrücken. Mit dem Gesundheits- und Arbeitsschutz in saarländischen Betrieben und Behörden scheint es nicht weit her zu sein. „Vor allem in kleineren Firmen mangelt es häufig am nötigsten – manchmal sogar an Schutzbrillen“, bemängelte gestern Christoph Ecker, zuständiger Referatsleiter bei der Arbeitskammer (AK), anlässlich der Vorstellung des AK-Betriebsbarometers 2009. Auch sei zu beobachten, dass der betriebliche Gesundheitsschutz bei Leiharbeitern eher vernachlässigt werde als bei der Stammbelegschaft. Beim Betriebsbarometer wurden knapp 1160 Betriebs- und Personalräte befragt. Die Rücklaufquote der Fragebögen lag bei 17,7 Prozent. 

Ecker kritisierte auch die Landesregierung: Für den reinen Bereich des Arbeitsschutzes seien im Umweltministerium „gerade mal sieben Leute zuständig“. Wenn man die Vorgaben in anderen Bundesländern zugrunde legt „müssten es eigentlich 35 Mitarbeiter sein“. Um die Gesundheits-Förderung sei es in vielen saarländischen Betrieben schlecht bestellt, heißt es in dem AK-Barometer weiter. Eine altersgerechte Arbeitsplatz-Gestaltung sei beispielsweise nur in acht Prozent der Unternehmen und Verwaltungen „sehr stark“, während sie bei 60,6 Prozent „garnicht“ vorhanden sei. Eine betriebliche Sozialberatung existiere in 74 Prozent der Fälle nicht. Schlechte Noten gab es auch für die betriebliche Weiterbildung. In mehr als zwei Drittel der Unternehmen und Verwaltungen spielt sie laut AK-Barometer eine „weniger große“ oder „gar keine“ Rolle. Bei der betrieblichen Mitbestimmung „ist auffällig, dass diejenigen Unternehmen, bei denen das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer-Vertretern und den Führungskräften gut ist, auch besser durch die Wirtschaftskrise kommen“, so die Schlussfolgerung des AK-Vorstandsvorsitzenden Hans Peter Kurtz.

Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der saarländischen Unternehmensverbände (VSU), Joachim Malter, kritisierte die Methodik, nach der das Betriebsbarometer erstellt worden ist. Eine Rücklaufquote von 17,7 Prozent sei zu gering, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Wer sich nicht gemeldet habe, müsse wohl mit den Verhältnissen zufrieden sein, folgert er. Außerdem erinnert Malter daran, dass viele Firmen trotz einer krisenbedingten Unterauslastung ihrer Produktionskapazitäten von 30 bis 40 Prozent „bisher erst zwei Prozent der Arbeitsplätze abgebaut haben“. Dies sei lediglich die natürliche Fluktuation (eigene Kündigungen oder Beginn der Rente) und zeuge von einer hohen Verantwortung der Firmen für ihre Belegschaften. Lothar Warscheid  
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