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Schlechte Noten für die Bahnhöfe im Saarland

Saarbrücken. Der Fahrgastverband Pro Bahn Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Saarland machen sich für die Interessen der Bahnfahrgäste stark. Zum zweiten Mal seit 1997 hat der VCD ein Jahr lang alle Bahnhöfe im Saarland bereist und bewertet. 72 Bahnstationen inspizierte der VCD, bewertete acht Kriterien bei denen er jeweils die (Schul-) Noten 1,0 bis 5,0 vergab.

Rund 19 Prozent der getesteten Bahnstationen schnitten mit der Note 4 ab. Friedrichsthal und Saarbrücken Ost belegten einen Platz unter den letzten zehn. Nicht von ungefähr vergab der Verein an den Bahnhof Friedrichsthal die Note 4,11. Eingangshalle und Unterführung sind in katastrophalem Zustand: Beschmierte Wände, abbröckelnder Putz und ein unangenehmer Geruch fallen auf. Die beiden 16-jährigen Dominick Paci und Jens Kniest fahren täglich mit der Bahn ab Friedrichsthal. Ab und zu, erzählt Paci, lungerten Leute auf dem Bahnsteig herum und schnorrten Zigaretten. Der Jugendliche fühlt sich hier, wenn er aussteigt, sogar manchmal bedroht.

Der Bahnhof Oberlinxweiler bei St. Wendel: Anne Schuhmacher, 19 Jahre, aus Oberlinxweiler fährt täglich mit der Bahn zur Arbeit nach Saarbrücken. Um zum Bahnsteig zu gelangen, muss sie unter einer unbeleuchteten Brücke hindurchgehen. „Früh morgens fühle ich mich auf diesem Weg nicht sicher“. Daher nutze sie oft den nächstgelegenen Bahnhof Niederlinxweiler.

Auf dem drittletzten Platz im VCD-Bahnhofstest rangiert Scheidt. Bei vier Bewertungsaspekten vergab der Verein die schlechteste Note 5,0. Bei dem Test arbeitete VCD-Vorstandsmitglied Andrea Schrickel mit. Sie berichtet von einem Wasserrohrbruch in der Unterführung zum Bahnsteig des Haltepunkts Scheidt. Dort sprudelte aus einer Stelle im Boden Wasser heraus. Bereits vor einem Jahr hatte der VCD Saarland darauf in einer E-Mail an das Bahnhofsmanagement Saarbrücken hingewiesen. Das Management antwortete, es werde den Schaden beheben lassen, jedoch sei seitdem nichts passiert, so Schrickel.

Wie könnte es also künftig auf den Bahnhöfen im Saarland aussehen? Kameraüberwachte Bahnhöfe um potentielle Zerstörungswütige abzuschrecken, wie bald in Saarlouis, Neunkirchen und St. Wendel? Fest steht: Das Vandalismusproblem bekommen Kommunen, Land und die Deutsche Bahn nur gemeinsam in den Griff. Bahnfahren im Saarland wird erst dann für Fahrgäste wieder attraktiver werden, wenn Bahnhöfe wieder den Mindeststandard erfüllen.
Benjamin Rannenberg

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