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Schlechtes Wetter: Keine Kultur mehr auf Saarbrücker Freiluft-Bühnen

40 Jahre lang hat die Gruppe 63 auf der Waldbühne Theater gespielt. Ihr erfolgreichstes Stück, »Der gestiefelte Kater«, haben rund 20 000 Menschen gesehen.

40 Jahre lang hat die Gruppe 63 auf der Waldbühne Theater gespielt. Ihr erfolgreichstes Stück, »Der gestiefelte Kater«, haben rund 20 000 Menschen gesehen.

Regen und sich aufregen liegen nahe beieinander – nicht nur sprachlich. Deshalb haben zwei Saarbrücker Bühnen wohl ihre besten Jahre hinter sich: die Freilichtbühne im Deutsch-Französischen Garten und das Rondell im Bürgerpark. Auf beiden Bühnen ist in diesem Sommer nichts geplant. Das teilte die Stadtverwaltung gestern auf Anfrage mit. Der Grund: Wenn das Wetter gut ist, machen Musik und Theater auf den beiden Bühnen richtig Laune. Wenn es aber regnet, sei „bei Musikern und Publikum die Verärgerung groß“ – und in den vergangenen Jahren habe es bei etwa der Hälfte der Konzerte geregnet, weiß Stadtpressesprecher Thomas Blug.
Die vom städtischen Kulturamt organisierte Sommermusik habe das Bürgerpark-Rondell gerne genutzt, sagt er. Die Akustik dort sei gut, die Atmosphäre eine ganz besondere. Das Problem sei aber nicht nur das Wetter, sondern die Lage des Rondells. Das liegt nämlich weit weg von der Spielstätte, die das Kulturamt bisher als Regen-Ausweichquartier für die Konzerte genutzt hat: das Theater im Viertel.

Die Entscheidung, ob ein Konzert im Freien stattfindet oder nicht, müsse wegen des Aufbaus der Technik etwa zwei Stunden vor Beginn getroffen werden. Es kann also sein, dass die Musiker und Techniker sich wegen des unsicheren Wetters fürs Regen-Quartier entscheiden, es dann aber nicht regnet und das Publikum am falschen, weit entfernten Ort ist.

Ähnlich ist es im Deutsch-Französischen Garten (DFG). Die Gruppe 63 hat dort 40 Jahre lang auf der Waldbühne Theater gespielt. Ab diesem Jahr nicht mehr, sagt der Leiter der Gruppe, Dieter Staerk. Etwa 20.000 Menschen haben auf der Waldbühne alleine „Den gestiefelten Kater“, das beliebteste Stück der Gruppe, gesehen. Fertig geschminkt zu sein, wenn der Regen kommt, sei immer wieder frustrierend gewesen, sagt er. Inzwischen seien die meisten Mitglieder der Gruppe auch zu alt, um Kulissen und Technik hin und herzuschleppen. Und dann war da auch noch die Sache mit dem Zelt. Das wurde am Abend vor einer Aufführung als Regenschutz aufgebaut – am nächsten Morgen war es weg – gestohlen.

Auf Freiluftkonzerte wolle das Kulturamt natürlich nicht verzichten, sagt Thomas Blug. Und weil die Stadt nun die eine Weile von der Stiftung saarländischer Kulturbesitz gemanagte Stadtgalerie wieder in eigener Regie betreibt, habe man auch einen optimalen Spielort.

Die Stadtgarlerie liegt zentral am St. Johanner Markt. Der Hof der Galerie ist teilweise überdacht, im Gebäude selbst gibt es einen Saal. Und man müsse dort nicht wie im Bürgerpark oder im DFG mit alkoholisierten Störern rechnen, erklärt Blug.

Trotzdem, Dieter Staerk trauert der Waldbühne nach. Einen kleinen Trost hat Blug: Die Stadt werde die Bühne „funktionsfähig“ halten. Dass sie womöglich gerade nicht gepflegt wirkt, liege daran, dass das Gartenamt dort nicht arbeiten konnte – wegen des vielen Regens.
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