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Schlecker-Markt St. Arnual ist jetzt „Galerie ohne feste Bleibe“

St. Arnual. Kunst im ehemaligen Drogeriemarkt? Im September berichtete die Süddeutsche Zeitung über den Boom einer entsprechenden Zwischennutzung leer stehender Schlecker- Filialen, von denen einige sogar dauerhaft zu Galerien umfunktioniert werden sollen. Seit gestern ist nun auch der einstige Schlecker-Laden in der Saargemünderstraße in Daarle für sechs Wochen in eine „Galerie ohne feste Bleibe“ umfunktioniert – so der Untertitel des Ausstellungsprojekts „Accrochage # 1“, das bis zum Samstag, 15. Dezember läuft.

Der Begriff Accrochage (französisch für Zusammenstoß) signalisiert in der Galeristensprache, dass es sich weder um eine Themen- noch um eine Einzelausstellung handelt: Gezeigt werden Werke zehn unterschiedlicher Künstler, ohne Rücksicht auf Stil, Material oder Nationalität. „Es ging mir darum, saarländische Künstler mit überregionalen zu kombinieren“, erläutert die promovierte Kunsthistorikerin Silke Immenga, die das Projekt initiiert und kuratiert hat. Ursel Kessler, Tina Gillen, Francis Berrar, Mane Hellenthal, Andrea Neumann, Daniel Hausig, Jens Wolf, Jason Gubbiotti, Nadine Pasianotto und Myriam Mechita präsentieren neue, bislang noch nicht ausgestellte Arbeiten. So unterschiedlich die Bilder und Objekte auch sein mögen, eine Ähnlichkeit beziehungsweise Gemeinsamkeit weisen sie dennoch auf: Alle beschäftigen sich im weitesten Sinne mit Architektur, Form und Konstruktion. Bewusst hat Immenga die Werke so platziert, dass sich Bezugsebenen und Blickrichtungen ergeben.

Ebenso absichtlich hat sie den kahlen Raum unverändert gelassen, um den Aspekt des zeitlich Befristeten zu betonen: An der Decke glimmen nackte Neonröhren, der Putz an den Wänden ist uneinheitlich, Spuren auf dem Steinboden weisen den ehemaligen Standort der Regale aus.

„Ich mache diese Ausstellung aus wahrem Interesse, aus Leidenschaft für die Kunst“, erklärt Silke Immenga. Die 43- jährige gebürtige Münsteranerin, verheiratet mit dem ehemaligen Saarlandmuseums-Direktor Ralph Melcher, arbeitet als freiberufliche Kunsthistorikerin und Museumskuratorin.

Immengas Fokus liegt auf zeitgenössischer Kunst, Forschungs- Schwerpunkt 20. und 21. Jahrhundert. Bereits während ihres Studiums in Marburg und Hamburg absolvierte sie Museums-Praktika in New York und Venedig und konzipierte vor ihrer Promotion über Picasso museumspädagogische Veranstaltungen im Guggenheim Museum Berlin. Weitere berufliche Stationen waren das Saarlandmuseum, das Museum Ludwig in Köln, das Kunstmuseum Wolfsburg oder das Museum für Neue Kunst in Karlsruhe.

Daneben erfüllte Immenga diverse Lehraufträge. Aktuell unterrichtet sie an der Saar- Uni das Modul „Museumspraxis“ über Konzeption und Vermittlung von Ausstellungsprojekten und verfasst Beiträge für das Online-Künstlerlexikon des Saarlouiser Instituts für Aktuelle Kunst im Saarland. „Ich arbeite gerne!“, sagt die zweifache Mutter, die Ende Dezember ihr drittes Kind erwartetet. Bleibt zu hoffen, dass es sich an den voraussichtlichen Geburtstermin hält, damit Immenga auch tatsächlich bis zum Ende der Ausstellung wie geplant selbst vor Ort sein kann. „Accrochage Nummer 1“? Eine Fortsetzung des Projekts der unbehausten Galerie ist, wie der Name schon andeutet, nicht ausgeschlossen.

 Geöffnet bis 15. Dezember, Do., Fr. und Sa. von 16 bis 19 Uhr in der Saargemünderstraße 62a, 66119 Saarbrücken.

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