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Schließt die Sparkasse Saarbrücken Filialen?

Nach dem für den 1. Januar 2017 geplanten Zusammenschluss mit der Sparkasse Völklingen wird die Sparkasse Saarbrücken erstmals eine Bilanzsumme von über sieben Milliarden Euro erreichen. Vorstandschef Hans-Werner Sander rechnet mit der endgültigen Zustimmung des Stadtrats Saarbrücken , des Regionalverbandes und der Stadt Völklingen bis Ende der kommenden Woche. Damit verstärke man die Stellung als einer der bedeutendsten Arbeitgeber und Steuerzahler in der Region mit derzeit noch 1235 Mitarbeitern.

 

Mit einer aktuellen Bilanzsumme von 6,8 Milliarden Euro (plus 58,8 Millionen) und einem Kundenkreditvolumen von 4,4 Milliarden Euro (plus 130 Millionen) präsentiere sich „eine gesunde Bank“, die trotz eines schwierigeren Marktumfeldes und zunehmender Anforderungen durch die Bankenaufsicht „auch optimistisch in die Zukunft blickt“, sagte Sander.

 

In den vergangenen Jahren sei es gelungen, stärker zu wachsen als die meisten Mitbewerber, was Sander auf das hohe Niveau der Beratung zurückführt. Vorstand Uwe Kuntz, der das Privatkundengeschäft betreut, deutete jedoch an, dass es in den kommenden zwei, drei Jahren zu Veränderungen im Filialnetz kommen werde, da immer mehr Verbraucher andere Wege nutzen – wie etwa das Online-Banking. Das heiße nicht gleich, dass kleine Filialen mit drei bis vier Mitarbeitern schließen werden, jedoch müsse der Betrieb auch wirtschaftlich sein. Möglicherweise werde man auch mit veränderten Öffnungszeiten und einer Konzentration der Beratung auf größere Standorte reagieren. Die Vorstands-Beratungen über die entsprechende Strategie sollen in diesem Herbst beginnen. Derzeit betreibt die Sparkasse Saarbrücken insgesamt 62 betreute Filialen .

 

Intern will man in den kommenden Jahren durch einen sozialverträglichen Abbau von Arbeitsplätzen, etwa durch Altersteilzeit, auf die geänderten Kundenbedürfnisse reagieren. Davon betroffen sind nach Aussage von Vorstandschef Sander voraussichtlich 20 Mitarbeiter pro Jahr bis zunächst in das Jahr 2025. Sander schließt aber im Gegenzug auch eine höhere Ausbildungsquote nicht aus, da man mittelfristig nicht abschätzen könne, wohin sich genau Kundenbedürfnisse und technischer Fortschritt entwickeln.

 

Im Privatkundengeschäft „konnte insbesondere bei den hart umkämpften Wohnungsbaukrediten mit Neuzusagen in Höhe von nahezu 270 Millionen Euro erneut ein Rekordergebnis erzielt werden“, sagte Kuntz. Die Immobilie nehme in Zeiten niedriger Zinsen als Anlage-Alternative immer weiter an Bedeutung zu.

 

Mit einem Anstieg von 4,1 Prozent beim Zinsüberschuss und einem Plus von zwei Prozent beim Provisionsüberschuss seien die Erwartungen, auch der Bankaufsicht, erfüllt worden, sagte Sander. „Wir haben noch eine Schippe draufgelegt“, sagte Jürgen Grandjot, der bei Verdi für die Finanzbranche zuständig ist. Vor zwei Wochen beteiligten sich rund 900 der 4500 saarländischen Sparkassenmitarbeiter am Streik, gestern waren es nach Angaben der Polizei rund 1200. Zum Warnstreik aufgerufen waren diesmal auch Mitarbeiter der Deutschen Bank, der Commerzbank und der Unicredit . Grandjot schätzt, dass etwa 130 Sparkassenfilialen – vor allem die kleinen – geschlossen waren. Die Gewerkschaft wollte mit dem Streik ihre Forderung nach 4,9 Prozent mehr Gehalt – bei zwölf Monaten Laufzeit des Tarifvertrags – untermauern. Die Arbeitgeber haben bisher eine dreistufige Erhöhung geboten: 0,8 Prozent mehr ab Oktober 2016 und dann für 2017 und 2018 jeweils 1,0 Prozent. Die Laufzeit soll 36 Monate betragen. Die Tarifverhandlungen für die 230 000 Beschäftigten privater und öffentlicher Banken in Deutschland sollen am 12. Juli fortgesetzt werden.  
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