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Schlimme Finger gab's noch keine: Saarbrücker Couchsurfer hat Reisende aus aller Welt zu Gast

Tom Pascheka gibt sein Sofa gerne frei, wenn sich Couchsurfer darauf niederlassen wollen. Es lockt eine Aussicht auf die ganze Welt – selbstgemalt an der Zimmerdecke. Foto: Alexander Manderscheid

Tom Pascheka gibt sein Sofa gerne frei, wenn sich Couchsurfer darauf niederlassen wollen. Es lockt eine Aussicht auf die ganze Welt – selbstgemalt an der Zimmerdecke. Foto: Alexander Manderscheid

Der Sommer ist da, die beste Zeit zum Reisen. Kribbelt's schon?

 

 

Tom Pascheka: Auf jeden Fall, ich kann es kaum erwarten.

 

Wann geht es los?

 

Pascheka: Morgen fahre ich hoch zu meinen Eltern nach Berlin und dann nach Schweden. Ich will nach Lappland. Da wollte ich schon immer mal hin.

 

Und da wirst Du dann wahrscheinlich auch wieder couchsurfen.

 

Pascheka: Genau. Ich habe mich noch nicht viel darum gekümmert, aber ich werde wahrscheinlich Last-Minute-Anfragen stellen. Ich hoffe, das funktioniert dort ähnlich gut wie in Polen. Da habe ich auf meine kurzfristigen Anfragen immer Zusagen bekommen. Sehr gastfreundliche, spontane und flexible Leute.

 

Wie lange bleibst Du in Schweden?

 

Pascheka: Bis September. Dann zieht mein neuer Mitbewohner ein, und ich darf dann natürlich nicht fehlen.

 

Weiß er schon, dass Du auch viele Gäste über Couchsurfing in Eurer Wohnung schlafen lässt?

 

Pascheka: Ich kläre das natürlich vorher mit ihm ab. Wir werden schon einen Kompromiss finden. Ich glaube nicht, dass das ein Problem sein wird.

 

Wie oft hast Du denn jemanden in Saarbrücken zu Gast?

 

Pascheka: Im Schnitt bekomme ich so etwa eine Anfrage pro Woche.

 

Und im Sommer mehr?

 

Pascheka: Nein, das zieht sich eigentlich so konstant durch das ganze Jahr. Das liegt vielleicht an den Leuten, die für Saarbrücken eine Couch zum Schlafen suchen.

 

Was sind das für Leute?

 

Pascheka: Es kommen sehr viele, die hier später studieren wollen und eine Wohnung suchen oder auf ein Vorstellungsgespräch müssen. Die bleiben dann zwei bis drei Tage. Andere sind auf der Durchreise. Ich hatte schon mal eine Irin zu Gast, die auf dem Weg von der Türkei nach Schweden war, oder ein Russe, auch auf der Durchreise. Vollbluttouristen, die extra nach Saarbrücken kommen, um sich die Stadt anzusehen, gibt es kaum.

 

Hast Du schon mal eine Anfrage abgelehnt?

 

Pascheka: Klar, weil ich bereits einen Gast hatte oder selbst nicht da war.

 

Aber nicht, weil Dir jemand merkwürdig vorkam.

 

Pascheka: Nein, das nicht. Aber ich schaue mir die Profile der Leute schon an und lese die Feedbacks von ihren vorherigen Besuchen, vielleicht ist ja doch ein schlimmer Finger darunter. Aber bei mir jedenfalls noch nicht.

 

Und ist Dir als Couchsurfing-Gast schon einmal etwas Bizarres passiert?

 

Pascheka: Ja. In St. Petersburg habe ich auf einem Couchsurfing-Treffen einen Historiker kennengelernt, der mich bei sich übernachten gelassen hat – in einem Rohbau mit total verdreckter Küche und ohne Tapete an den Wänden, aber zwei Hightech-Computern und einem kompletten Fotostudio darin. Der Gebäudekomplex war so groß, dass ich zehn Minuten gebraucht hatte, um wieder hinaus zu finden. Ich hatte mich darin total verirrt.



Info:

Tom Pascheka, 26, hat seine Heimat Brandenburg verlassen und ist nach Saarbrücken gezogen, weil man nur hier Französische Kulturwissenschaft studieren kann. Er kombiniert es mit Englisch. Mit einer kleinen Unterbrechung wohnt er seit sechs Jahren im Saarland, seit drei Jahren ist er in Malstatt zuhause, wo er regelmäßig Gäste aus aller Welt empfängt.

 

Couchsurfing ist eine Internet-Community, die es ihren Mitgliedern ermöglicht, unkompliziert und kostenlos bei Leuten aus der ganzen Welt zu übernachten, die sie vorher noch nie gesehen haben.

 

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