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Schlossmauer: Das große Aufräumen beginnt

Blick auf die Mauern des Blieskasteler Schloss.

Blick auf die Mauern des Blieskasteler Schloss.

Blieskastel. Am Tag eins nach dem Herabstürzen von Teilen der Blieskasteler Schlossmauer herrschte emsige Geschäftigkeit unterhalb der Mauer. Aber es wurde am Samstagvormittag mit Bedacht und Sorgfalt vorgegangen: „Bisher gab es nur Sachschaden, und wir sind noch recht glimpflich davon gekommen. Nun soll es auch bei den weiteren Arbeiten keinen Personenschaden geben“, bekräftigte Clemens Lindemann. Der Landrat war mit seinem Krisenstab am Samstag vor Ort und machte sich ein Bild vom Fortgang der Arbeiten.

Unter Leitung von Kreisbrandinspekteur Uwe Wagner hatten das Technische Hilfswerk (THW) sowie die Baufirma Roman Brengel bis in den späten Freitagabend fieberhaft gearbeitet. Mit großen Autokränen hatte man sich zur Bruchstelle oben im Berg hieven lassen. Und eigentlich hätte dann am Samstagmorgen mit dem Abklopfen des losen Materials dort oben begonnen werden sollen.

Aber Bauunternehmer Roman Brengel aus Webenheim erläuterte die Situation: „Es ist dort ein zweischaliges Mauerwerk, und es haben sich Teile gelöst. Eigentlich wollten wir mit den Kränen weitere noch lose Teile entfernen. Aber das erschien uns viel zu gefährlich. Deshalb haben wir nun entschieden, diesen Montag mit einem großen Greifbagger die losen Teile abzugreifen“, so der Bauunternehmer.

Ortsvorsteher Trautmann: „Das hat wirklich professionell geklappt“

 In einer improvisierten Pressekonferenz erläuterten die Experten des Kreises (als Untere Bauaufsicht ist man für die Sicherungsmaßnahmen zuständig) mögliche Ursachen und die weiteren Schritte. So stellte Baudezernent Gerhard Mörsch noch einmal genau die Situation dar: „Wir haben es dort oben mit einem gewachsenen Felsen zu tun. Der wurde vorn abgemauert und dazwischen wurde Stickgut aufgefüllt. Und weil darüber keine Drainage bestand, haben wohl Frost Forst und Wasser das Mauerstück weggesprengt“, erläuterte Mörsch. Man habe jetzt die Bäume abgeholzt und mit den Sicherungsmaßnahmen begonneneingeläutet. Wie Landrat Lindemann erklärte, werde man diesen Montag mit einem eigens angeforderten Steinexperten die Lage sondieren, um dann weitere Maßnahmen ergreifen zu können. „Mein Dank gilt besonders den beteiligten Firmen und dem THW, das war nicht selbstverständlich, was da am Freitagnachmittag bis in den späten Abend geleistet wurde“, so der Verwaltungschef des Kreises. Ortsvorsteher Jürgen Trautmann bedankte sich ebenfallsfür das hervorragende Krisenmanagement: „Das hat wirklich professionell geklappt.“

Derweil muss bei Elmar Becker der Betrieb weiterlaufen: „Das Lokal Alt Schmidd ist offen, auch der Party-Service kann weiter laufen“, stellte Gastronom Becker klar. Vor seinem Lokal wurde ein Zelt aufgebaut, von wo aus provisorisch der Betrieb der Vorbereitungsküche weiterlaufen soll. Auch Becker macht gute Miene zu den Vorgängen: „Die Hilfe war prompt und sehr gut. Man hat mich nicht im Stich gelassen, alle haben geholfen, das Krisenmanagement war hervorragend“, bekräftigt der Gastro-Unternehmer.

Bei der Frage nach den Kosten blieb Becker im Wirte-Jargon: „Das geht jetzt zunächst mal alles auf Deckel. Man muss sehen, wer nachher die Rechnungen begleicht.“ Und das scheint nicht so einfach zu sein: Merklich gereizt reagierte Landrat Lindemann auf die Frage nach dem Besitzer der Schlossmauer: „Das interessiert im Moment am allerwenigsten“, stellte er klar. Offensichtlich gibt es drei Besitzer, nämlich das Land, der Kreis und einige Anwohner. Aber die Mauer und das Gelände sind offensichtlich bisher noch nicht genau vermessen worden, die Lage daher relativ unklar.
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