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Schlummert in Heiligenwald schützenswerte Weltkultur?

Heiligenwald. Itzenplitz – eingesessene Saarländer und passionierte Eisschwimmer verbinden mit dem Wort den Weiher bei Heiligenwald, in dem sich jedes Jahr im Winter Wagemutige ins Wasser stürzen (Foto). Aber hört sich das auch nach Weltkultur an? Jawohl, findet Ortsvorsteher Rüdiger Zakrzewski. Er will, dass der Weiher Weltkulturerbe  wird. Schließlich fände sich dort Kulturgut aus dem Saar-Kohlen-Bergbau.

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Laut Zakrzewski kann das Relikt aus Kohleabbau und Stahlproduktion aus dem 19. Jahrhundert den Tourismus ankurbeln. Schließlich gibt es Attraktionen aller Orten. Der Ortsvorsteher zählt auf: zwei gut erhaltene Fördertürme, Maschinenhäuser, ein historisches Bahnhofsgebäude, die evangelische Kirche, die früher als Bethaus für die Bergleute und deren Familien diente, der Itzenplitzer Weiher, einst Wasserreservoir für die Grube, mit dem in Deutschland wohl einmaligen Pumpenhaus, eine Bergehalde, ein Stollenmundloch, das ebenerdig zu Kohlenflözen führte, und viele Pingen im angrenzenden Wald, wo die Menschen die Steinkohle in früheren Zeiten aus an der Erdoberfläche austretenden Flözen gewannen. Hinzu kämen noch Bergbeamten- und Prämienhäuser. Zakrzewski und der Heiligenwalder Ortsrat wollen gemeinsam mit einem Fachinstitut der Uni Trier bei der Unesco die Ernennung zum schützenswerten Weltkulturerbe beantragen. Zakrzewski: „Für mich sind die Anlagen ein industriekulturelles Kleinod, wohl einmalig auch in ihrer kompakten Vielfalt.“

Aber welche Chancen hätte ein Weltkulturerbe Itzenplitz? Zakrzewski: „ Wie uns vom Taurus-Institut der Universität Trier mitgeteilt wurde, ist die Chance gut.“ Doch erst würde das Vorhaben viel Geld kosten. Der Ortsvorsteher: „Das könnte aus Töpfen der EU und aus der Städtebauförderung fließen. Auch die Gemeinde Schiffweiler wäre gefordert, um die Entwicklung in Richtung Weltkulturerbe mit eigenen Projekten voranzutreiben. Natürlich steht die Landespolitik ebenfalls in der Verantwortung.“ Gestern Abend war das Weltkulturerbe Thema im Schiffweiler' Gemeinderat. szn/bie
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