A620 Saarlouis Richtung Saarbrücken AS Saarbrücken-Gersweiler gefährliche Situation in der Einfahrt, Unfallaufnahme, Gefahr (06:47)

A620

Priorität: Dringend

8°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
8°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Schluss mit Privatsphäre? Das halten die Saarländer von Street View

Saarbrücken. Frank Gottieux (41) sieht Street View gelassen entgegen. „Allerdings kann ich mir schon vorstellen, dass manche Leute dagegen sind, weil dieses Programm die Persönlichkeitsrechte und vor allem die Privatsphäre ziemlich in die Ecke drückt.“ Die Verkäuferin Diana Schmelzer (38) ist ebenfalls dieser Meinung. „Bestimmt ist es wieder so, dass alle Leute, die jetzt dagegen sind, diejenigen sind, die nachher dieses Programm am meisten nutzen.“ Bernd Lonnendonker (57), Kameramann aus Saarbrücken, sagt: „Wenn jemand will, kann er auch ins Telefonbuch schauen, meine Adresse raussuchen und bei mir vorbeikommen.“

"Man kann sich nicht mehr dagegen wehren"

Völlig anderer Meinung ist Naomi Januschke (23) aus Zweibrücken. Google dringe „zu sehr in die Privatsphäre ein“. Auch die Möglichkeit, dass man zwar ihre Straße erkennt, aber ihr Haus verpixelt wird, lehnt sie ab. Der Pfälzer Günter Schaan hat im Prinzip nichts gegen Street View einzuwenden. „Ich denke, dass man sich in der heutigen Zeit, in der so gut wie alles im Internet veröffentlicht und verbreitet wird, dagegen einfach nicht mehr wehren kann.“ Recht neutral blickt Martine Helm dem Google-Plan entgegen. „Eigentlich interessiert mich das Programm eher weniger, aber anschauen würde ich mir das Ganze schon mal. Ich finde allerdings nicht, dass es ein Eingriff in die Privatsphäre ist, da Google ja nicht ins Innere der Häuser fotografiert.“

Für den Musical-Komponisten Frank Nimsgern ist der Kartendienst „der letzte Schritt, die Privatsphäre zu verschleudern“. Er betonte: „Mir geht das zu weit.“ Schlagersängerin Nicole und ihr Mann Winfried Seibert haben bereits Widerspruch gegen Internet-Bilder ihrer Nohfeldener Wohnung eingelegt. Der Kamerakopf des Google-Fahrzeuges, der die Aufnahmen mache, sei „höher als jede Mauer“ und könne daher auch hinter dem Haus filmen, sagte Seibert. „Das wollen wir auf jeden Fall vermeiden.“

„Wenn einer 'was sucht, findet er es auch so“

Uni-Präsident Volker Linneweber will nichts unternehmen, hat aber Verständnis für Bedenken anderer. Linneweber sagte, er sei es gewohnt, abgelichtet zu werden – auch in unvorteilhaften Situationen. Da werde es ihm auch nichts ausmachen, wenn sein Vorgarten bei Google Street View zu sehen sei und andere Menschen sagten: „Der könnte endlich mal sein Unkraut zupfen.“ Auch „Sportschau“-Legende Werner Zimmer sieht die Sache locker. „Wenn einer 'was sucht, findet er es auch so.“ Schon heute werde man überall beobachtet, da komme es auf Google Street View auch nicht mehr an. bub/kir

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein