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Schmelz reagiert auf Facebook-Hetze eines Gemeindearbeiters

Ein Screenshot des Facebook-Beitrags, in dem Sven mit Hasskommentaren auffiel. Ein anderer Facebook-Nutzer kommentierte dies und informierte die Gemeinde Schmelz. Die Organisation „Hass hilft“ spendet unter dem Motto „Aus Hass wird Hilfe“ bei menschenverachtenden Kommentaren dieser Art Geld an Flüchtlingsprojekte und Initiativen gegen Rechts.

Ein Screenshot des Facebook-Beitrags, in dem Sven mit Hasskommentaren auffiel. Ein anderer Facebook-Nutzer kommentierte dies und informierte die Gemeinde Schmelz. Die Organisation „Hass hilft“ spendet unter dem Motto „Aus Hass wird Hilfe“ bei menschenverachtenden Kommentaren dieser Art Geld an Flüchtlingsprojekte und Initiativen gegen Rechts.

„Wann kommt das dreckspack endlich vors erschiessungskommando. . . nicht war du dämliche nichtsnutzige schlampe von Kanzlerin und Gefolge. . .ihr werdet fallen und das mit all dem Groll des deutschen Volkes. . .“ Diesen und weitere Hass-Kommentare hat Sven (Name der Redaktion bekannt) am 8. Februar auf der Facebook-Seite von „Bürgerhilfe Saarland“ unter einen Artikel der Abendzeitung München gepostet. Darin ging es um den Angriff zweier Männer, vermutlich Marokkaner, auf einen anderen Mann, ebenfalls Marokkaner, der versucht hatte, einen Diebstahl zu verhindern.

Zwar sind fremdenfeindliche Kommentare auf dieser Seite keine Seltenheit, aber die Wortwahl von Sven fiel sogar dort auf. Unter anderem Michael Müller (Name von der Redaktion geändert), der sich das Profil von Sven auf Facebook anschaute und ihn schnell als Mitarbeiter der Gemeinde Schmelz ausmachte. „Ich kann es mir manchmal nicht verkneifen, auf solche Kommentare zu antworten. In diesem Fall hat mich die Wortwahl fassungslos gemacht. Und dann auch noch von einem Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst“, sagt Müller, Doktorand der Betriebswirtschaftslehre, der von Sven in dem Beitrag als „kleine schwuchtel“ bezeichnet wurde, mit der Anmerkung „fick dich“.

Müller entschied sich dazu, die Gemeinde Schmelz über den Vorgang zu informieren. In einer E-Mail an Bürgermeister Armin Emanuel heißt es: „Öffentlich ein Erschießungskommando für Migranten zu fordern und gleichzeitig auf der privaten Facebook-Seite mit einem Fahrzeug der Gemeinde zu posieren, ist meiner Ansicht nach allerdings mehr als abstoßend und wirft letztendlich auch kein wirklich gutes Bild auf die Gemeinde Schmelz . Ein klärendes Gespräch und eine Nachhilfestunde ‚Deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts' würde Sven aber sicherlich gut tun.“

Mit einer Nachhilfestunde ist es für den Schmelzer Bürgermeister allerdings nicht getan. „So etwas ist überhaupt nicht tolerierbar. Wir haben arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet, um das Arbeitsverhältnis zu beenden“, erklärt Armin Emanuel . Seit Mai 2015 sei Sven bei der Gemeinde beschäftigt. Aber ein solcher Kommentar sei für einen Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst, der zudem im Rahmen seiner Arbeit Kontakt zu Flüchtlingen habe, nicht akzeptabel. „Das ist schlimmste NS-Sprache, und dem muss man den Riegel vorschieben. Wenn wir das nicht machen, riecht es bald wieder braun bei uns“, sagt Emanual weiter. Ein Schreiben an den Staatsschutz wollte er daher am gestrigen Donnerstag versenden. „Die Demokratie muss zeigen, dass sie wehrhaft ist“, betont Emanuel, der erst am Montag, nach seinem Urlaub, in dieser Angelegenheit tätig werden konnte.

Noch im September hat Sven auf Facebook geschrieben: „. . .super Arbeitskollegen und tolles Betriebsklima. . . möchte ich um nix mehr tauschen wollen.“ Geht es nach Bürgermeister Emanuel, wird er sich davon nun verabschieden müssen.
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