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Schmelzer Gitterrost-Spezialist Meiser investiert 60 Millionen Euro

Die Schmelzer Firmengruppe Meiser setzt zum Sprung auf den südamerikanischen Markt an. Aus diesem Grund hat der – nach eigenen Angaben – „Weltmarktführer bei Gitterrosten“ in Brasilien zusammen mit einem regionalen Partner eine Fabrik gebaut. Sie firmiert unter dem Namen „Marangoni-Meiser“. „Die Maschinen, die auf unsere Fertigung zugeschnitten sind, und die entsprechenden Werkzeuge haben wir in unserem zweiten Stammwerk in Oelsnitz im Vogtland zusammengebaut und nach Brasilien verschifft“, erläutern die geschäftsführenden Gesellschafter Wolfgang und Ulrich Meiser. Damit wird die Internationalisierungs- Strategie des saarländischen Familienunternehmens weiter fortgeführt. Bislang ist Meiser in Frankreich, Belgien, Ungarn Ägypten, Marokko, der Türkei und in den Vereinigten Arabischen Emiraten (Dubai) mit eigener Produktion vertreten – in 18 weiteren Ländern mit Vertriebsbüros.

Im Schmelzer Stammwerk soll das Investitionsprogramm, das seit 2009 läuft, „im Sommer 2014 abgeschlossen sein“, erläutert Ulrich Meiser. Insgesamt hat das Familienunternehmen in Limbach dann 60 Millionen Euro investiert. Der größte Brocken war mit 40 Millionen Euro eine neue Feuerverzinkungs- Anlage für die Gitterroste und ein Logistikzentrum. Als Letztes wird jetzt noch die alte Verzinkerei „grundlegend saniert und auf den neusten Stand gebracht“, ergänzt Wolfgang Meiser. Dort sollen in Zukunft ausschließlich Leitplanken für die Firma SPIG verzinkt werden, die auf dem Gelände von Meiser die Planken profiliert. Das Unternehmen gehört zu je 50 Prozent den Straßensicherheits- Spezialisten Volkmann & Rossbach (Montabaur) und SGGT (Ottweiler).

Die Geschäfte bei Meiser mit dem Hauptprodukte Gitterroste „laufen weiterhin gut“, sagen die Geschäftsführer. Den Vorsprung vor den Wettbewerbern erklären sie „mit Flexibilität, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit“. So sei Meiser in der Lage, innerhalb von zwei bis drei Wochen fertig konfektionierte Gitterrost-Einheiten zu liefern. Die meisten Kunden seien Stahlbauer, „die schlüsselfertige Lösungen benötigen, wenn sie Laufstege, Plattformen oder Bodenbeläge in Industrie- Anlagen einbauen“. Dazu gehört, „dass die Maße stimmen, die Ausbuchtungen an der richtigen Stelle ausgeschnitten sind und die Befestigungselemente dort sitzen, wo sie hingehören, um eine problemlose Montage zu ermöglichen“, sagen die beiden Brüder. Das Unternehmen müsse sich außerdem auf die jeweiligen Normen einstellen. „Jedes Land hat bei Gitterrosten andere Vorschriften.“ Mittlerweile habe Meiser mehr als 2000 Gitterrost- Varianten im Programm. Dabei helfe, dass die Firma ihre Vorprodukte aus Band- und Drahtstahl selbst walzt und sie auf die eigenen Bedürfnisse zuschneidet.

Darüber hinaus erschließen sich für Gitterroste immer mehr Anwendungsmöglichkeiten. So würden sie inzwischen auch als Einlege-Böden im Regalbau verwendet und als Verkleidungen für Wände, Decken oder Fassaden. Neben Gitterrosten hat Meiser noch weitere Stahlprodukte im Angebot – unter anderem Weinbergpfähle, Fassringe und Erdungsbänder für Blitzableiter. Im vergangenen Jahr hat Meiser sich außerdem zu 50 Prozent an der Firma Alfix aus Dresden beteiligt, einem führenden Hersteller von Gerüstsystemen. „Das Unternehmen, das im deutschsprachigen Raum bereits erfolgreich ist, soll international weiterentwickelt werden“, haben sich die Meiser-Brüder vorgenommen.


HINTERGRUND

Die Firmengruppe Meiser aus Schmelz-Limbach beschäftigt weltweit rund 2500 Mitarbeiter, davon 1500 in Deutschland. 800 von ihnen arbeiten am saarländischen Hauptstandort und 700 im zweiten deutschen Werk in Oelsnitz im Vogtland. Der Jahresumsatz liegt bei 330 Millionen Euro. Monatlich produziert das Unternehmen 500 000 Quadratmeter Gitterroste, was etwa der Fläche von 70 Fußballfeldern entspricht. Der Stahlverbrauch liegt bei 200 000 Tonnen pro Jahr. 80 Prozent des Umsatzes wird im Projektgeschäft mit Stahlbauern erwirtschaftet. Der Rest mit Produktion und Verkauf von Normprodukten. 350 Varianten sind verfügbar. low
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