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Schock nach Haus-Explosion in Völklingen

Heidstock. Ein ohrenbetäubender Knall hat gestern Morgen den Alltag auf dem Völklinger Heidstock zerfetzt. Eine Explosion hat den Stadtteil erschüttert. Ein Einfamilienhaus wurde dabei zerstört, ein 39-jähriger Bewohner getötet, mehrere geparkte Autos und Fensterscheiben der Nachbarhäuser beschädigt.



Front des Nachbarhauses weggeblasen

„Es war ein komischer Knall, irgendwie unwirklich, und ich hätte auch nicht gedacht, dass es so nah war“, berichtet Kathrin Rink, die das Haus direkt neben dem Unglückshaus in der Straße Auf dem Heidstock bewohnt. Zunächst habe sie nur eine Staubwolke gesehen; dann kam das Unglaubliche zum Vorschein. Die Front des Nachbarhauses ist vom Druck der Explosion weggeblasen. Das Dach steht haltlos da und droht einzustürzen. Der weiße Stromkasten des Unglückshauses hängt nur noch an ein paar Stromleitungen. Und unglaublich: Ein alter Schrank steht unbeschädigt im offenen Haus, seine Vitrinenscheibe ist unversehrt – als wäre nichts geschehen. Auch Karl Heinz Rink steht ungläubig auf der Straße, sein Haus musste er vorübergehend verlassen. Aus Sicherheitsgründen. Er sagt: „Das ist alles so unwirklich, sonst kennt man das nur aus den Nachrichten, aus der Zeitung und aus dem Fernsehen, aber nicht direkt in der Nachbarschaft.“ Die Nachbarn haben die Bewohner des Unglückshauses flüchtig gekannt. „Etwa zwei Jahre haben sie da gewohnt“, so Rink, oft begegnet sei man sich nicht.

Husky-Rüde überlebt in Trümmern

39 Jahre alt ist der Nachbar geworden.  Die Polizei bestätigt zwar noch nicht, dass es sich bei dem Opfer um den Bewohner handelt. Doch schon bald macht sein Vorname die Runde, als Nachbarn, die einen Blick auf die Trümmer machen konnten, zurück kommen. „Ja, es war wohl der Olaf“, sagen sie betroffen. Seine Mitbewohnerin hat sich zum Unglückszeitpunkt nicht im Haus aufgehalten. Das bestätigt Polizeisprecher Stephan Laßotta. „Sie wird gerade von Notfallseelsorgern betreut.“



In das Haus wagt sich vorerst noch niemand von den Rettungskräften. Mit der Drehleiter lassen sich zwei Techniker über das Dach heben, um die Stromleitung abzuklemmen. Erst danach traut sich ein Hundeführer mit seinem Diensthund in den Eingangsbereich.Einmal reagiert das Tier. Dort, wo vermutlich der verstorbene Bewohner unter den Trümmern liegt und noch nicht geborgen werden kann. Dann geschieht ein kleines Wunder. Die Retter vernehmen ein leises Winseln, und sie reagieren sofort. Ein THW-Bagger sichert mit seiner Schaufel das Dach, so gut es geht, dann wagt sich ein Polizeibeamter tiefer ins Gebäude. Minuten später kommt er zurück. Mit einem total verstaubten Husky-Rüden an der Leine. Ischa, so heißt der Vierbeiner, hat offenbar Glück gehabt. Bis auf eine kleine Verletzung am rechten Hinterlauf scheint er unverletzt zu sein.

Die erste Aufregung hat sich gelegt, einige sind um ein Stück Normalität bemüht. So will zum Beispiel der Schulhausmeister von der Einsatzleitung wissen, ob die Putzfrauen ihre Arbeit im zwischenzeitlich evakuierten Schulhaus beginnen können. Sie dürfen, und auch die Rinks dürfen wieder in ihr Haus. Die großzügigen Absperrung der Polizei wird jetzt auf ein Minimum reduziert. Bis der Alltag aber wieder auf dem Heidstock einziehen wird, wird es dauern.
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