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Schon 100 000 Gäste in der Saarland-Therme

100 000 Menschen besuchten die Thermalbad-Anlage seit der Eröffnung am 2. September 2012.

100 000 Menschen besuchten die Thermalbad-Anlage seit der Eröffnung am 2. September 2012.

Kleinblittersdorf. „Jetzt bin ich gar nicht gestylt!“, ist es gestern spontan aus der völlig überraschten Esther Nonweiler herausgesprudelt. Sie wollte sich einen Tag lang in der Saarland-Therme in Rilchingen-Hanweiler verwöhnen lassen, die verschiedenen Bäder austesten, eine Massage genießen – Wellness pur eben. Ein Geburtstagsgeschenk ihres Ehemanns Keyvah. Und dann das: Großer Bahnhof, Blitzlichtgewitter, Interviews, Gratulationen: Allen voran schritten Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und der Thermenbetreiber Andreas Schauer. Die überraschte Frau aus Weiskirchen ist die 100 000. Besucherin seit Eröffnung des Wellness-Tempels am 2. September 2012.

200 000 Besucher pro Jahr wären für Schauer dieses Jahr eine zufriedenstellende Vorstellung. „Ich denke, das werden wir auch schaffen“, sagte der Thermen-Manager. Kalkulierter Jahres-Netto-Umsatz: 2,4 Millionen Euro. 13 Millionen Euro muss Schauer als Pächter bis 2030 an die Projektgesellschaft zurückzahlen. Zur Gesellschaft gehören die Landesentwicklungsgesellschaft Saar, der Regionalverband Saarbrücken, die Region Saareguemines und die Gemeinde Kleinblittersdorf.

Nach einem halben Jahr schreibt die Therme jedenfalls Erfolgsgeschichte. Die Ministerpräsidentin gab sich als „Fan“ der Einrichtung zu erkennen. Die Saarland-Therme sei, neben dem Ferienpark am Bostalsee, ein „Leitprojekt“ und ein wichtiger Faktor beim Wirtschaftszweig Tourismus, den die Landesregierung „massiv ausbauen will“. Der Betreiber hat einstweilen noch weitere Ideen, die er in der Saarland-Therme realisieren will. Derzeit entsteht ein Sole-Becken und dieses Jahr soll noch die Außensauna erweitert werden. Kostenpunkt: 1,8 Millionen Euro. Als „noch eine Vision“ bezeichnete er im ein weiteres Gebäude mit Sauna, Dampfbad und Außenbecken. Sollte die Nachfrage entsprechend hoch bleiben, könne auch dieses Projekt umgesetzt werden. Und noch ein weiteres Bau-Projekt sei geplant, wie Stephan Strichertz, parteiloser Bürgermeister der Gemeinde Kleinblittersdorf und Aufsichtsratsvorsitzender der Projektgesellschaft, ankündigte: Ein Hotel gleich neben der Saarland-Therme. Man sei mit unterschiedlichen Hotel-Investoren im Gespräch. „Spätestens 2015 wird hier ein Hotel stehen“, ist Strichertz überzeugt. Bereits in der kommenden Woche wird das „Medical-Vital-Center“ auf dem Gelände der Therme in Betrieb genommen.

Die Ministerpräsidentin war sich sicher, dass das Gesamtkonzept rund um die Saarland-Therme die Zahl der Touristen steigen lässt. Aus Tagestourismus einen Kurzzeiturlaub zu machen, wäre wünschenswert, so Kramp-Karrenbauer. Derzeit kommen 60 Prozent der Thermen-Besucher aus Frankreich, Luxemburg und Rheinland-Pfalz. Kramp-Karrenbauer und die 100 000. Besucherin hatten gestern eines gemein: Für beide war es der erste Besuch der Therme. Die Landesmutter legte allen Männern, die überlegten, was sie ihren Frauen schenken sollen die Therme ans Herz. Esther Nonweiler genoss derweil ihren 44. Geburtstag in Rilchingen.



Meinung

Aus Südosten viel Gutes

Von SZ-Redakteur Dietmar Klostermann

Da hat sich Annegret Kramp-Karrenbauer einen Wellness-Tag in Rilchingen gegönnt: Endlich konnte sie sich in durchweg positiven Nachrichten baden, die die mit öffentlichen Mitteln kräftig angeschobene Saarland Therme dort im Südostzipfel des Saarlandes produziert. 100 000 Badegäste in einem halben Jahr sind eine Leistung, auf die die Macher des Wellness-Tempels zu Recht stolz sein dürfen. Schön auch, dass dieses neue Haus die Menschen der Großregion vereint, kommen doch 60 Prozent der Gäste aus Lothringen, Rheinland-Pfalz und Luxemburg. Dennoch sollte die momentane Champagnerlaune nicht dazu führen, dass man sich jetzt verzettelt. Ob etwa ein Hotel Ertrag bringen kann, ist fraglich, da alle Gäste der Großregion schnell wieder daheim sein können. Ein leer stehendes Hotel wäre so unschön wie der leere Betonklotz neben dem Saarland-Museum.
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