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Schon wieder: Auch die Geburtshilfe Püttlingen macht bald dicht

Die Geburtshilfe im Püttlinger Krankenhaus schließt zum Jahresende. Das hat die Knappschaftsklinikum Saar GmbH gestern bekanntgegeben. In einer Pressemitteilung heißt es, diese Entscheidung sei „aufgrund der stark rückläufigen Geburtenzahlen der vergangenen Jahre unumgänglich“. Gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilungen dürfen nach dem Saarländischen Krankenhausgesetz nur betrieben werden, wenn sie regelmäßig mehr als 300 Geburten jährlich haben. Nach Angaben der Knappschaftsklinikum Saar GmbH wurde diese Zahl in Püttlingen „bereits im vergangenen Jahr nicht erreicht. Auch dieses Jahr wird die Vorgabe nicht erfüllt.“ Auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung nannte die Püttlinger Klinikleitung diese Zahlen: 2013 gab es vor Ort 274 Geburten, bis Ende dieses Jahres wird mit ungefähr 170 Geburten gerechnet. 2010 lag die Zahl noch bei 377, 2011 bei 385, 2012 bei 322.

Die meisten Mitarbeiter der Geburtshilfe – sieben Hebammen , sieben Kinderkrankenschwestern, dazu kommt ärztliches Personal – sollen weiterbeschäftigt werden. Wer nicht bleiben kann, solle in anderen Häusern, vorwiegend im Saarland, untergebracht werden, betonte die Klinikleitung. Einigen Hebammen sei bereits eine neue Stelle vermittelt worden, hieß es gestern.
 

Kampf gegen Brustkrebs

Die Klinikleitung kündigte an, die Gynäkologie im Krankenhaus Püttlingen zu stärken, zum Beispiel durch – nicht näher bezifferte – Investitionen ins Brustzentrum Saar. Im Kampf gegen Brustkrebs , das häufigste Krebsleiden der Frau, investiere das Klinikum in ein neues, hochauflösendes Ultraschallgerät, mit dessen Hilfe mögliche Veränderungen in der Brust noch besser zu erkennen sind. Zudem werde ein neues digitales Mammografie-Gerät angeschafft. Auch das Myomzentrum der Gynäkologie für Patientinnen, die unter Gebärmutter-Tumoren leiden, wird das Krankenhaus Püttlingen nach eigenen Angaben weiter ausbauen. In der Urogynäkologie, die sich mit Funktionsstörungen des weiblichen Beckenbodens beschäftigt, investiere das Klinikum weiter in gewebe-eigene Operationsmethoden.

Denise Klein ( SPD ), Beigeordnete der Stadt Püttlingen , bezeichnete die Schließung der Geburtshilfe im Gespräch mit der SZ als „dramatische Entwicklung“ und „herben Verlust“ für die Stadt. Immerhin sei es ein Lichtblick, dass neue Investitionen im Püttlinger Krankenhaus geplant seien, die den Standort stärkten, fügte Denise Klein hinzu.
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