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Schonzeit für Füchse: Jäger und Umweltministerium streiten

Die Schonzeit für alle Füchse im Saarland, ein Projekt der Jamaika-Koalition, ging Mitte August zu Ende. Die Vereinigung der Jäger sieht als Ergebnis der Schonzeit mehr tote Füchse an Straßenrändern.

Saarbrücken. Schon vor der Debatte um das neue Jagdgesetz im Saarland, das die Jamaika-Regierung noch in diesem Jahr in den Landtag einbringen will, gibt es gravierende Meinungsverschiedenheiten zwischen der Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) und dem Umweltministerium um die Füchse.

Als eines ihrer ersten Projekte hatte die Jamaika-Koalition am 16. Februar eine Schonzeit für alle Füchse eingeführt, die bis zum 15. August die Jagd auf Meister Reinecke verbot. In den Jahren zuvor hatte im Saarland zwar auch eine Schonzeit für Elterntiere gegolten, die Jungtiere durften jedoch abgeschossen werden, um die Population einzudämmen.

Jäger kritisieren Schonzeit

„Wir haben während der Schonzeit im Gegensatz zu den Vorjahren vermehrt tote Füchse an den Straßenrändern entdeckt, die von Autos überfahren worden waren. Das sind die jungen Füchse, die sich selbstständig eigene Reviere suchen und ausströmen aus den Mutterbauten“, sagte Landesjägermeister Andreas Schober der SZ. Die Schonzeit gehe zudem zu Lasten der Biodiversität. „Der Fuchs ist ein großer Nesträuber. Der holt auch die letzten Kiebitzeier, die letzten Feldlercheneier von den Feldern herunter“, rügte Schober die sechsmonatige Schonzeit.

Umweltministerium: Keine seriösen Daten
Sabine Schorr, Sprecherin des Saar-Umweltministeriums, sprach dagegen „von einer sehr subjektiven Wahrnehmung“ durch die VJS. „Es gibt keinerlei Zahlen darüber, ob es mehr Verkehrsunfälle mit Füchsen während der Schonzeit gegeben hat. Zudem gibt es keine seriösen Daten über die Fuchs-Population im Saarland“, sagte Schorr der SZ.

Die Schonzeit sei eingeführt worden, um auch die Welpen zu schützen. Schorr berichtete, dass der Fuchs häufiger in die Wohngebiete der Kommunen wandere, weil er dort auf ein reiches Nahrungsangebot treffe. „Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung. Die Tollwut spielt keine Rolle mehr, ebensowenig der Fuchsbandwurm, der eher durch Haustiere übertragen wird, die infizierte Nagetiere gefressen haben“, erklärte Schorr.








 
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