Saarland: Neunkirchen-Wellesweiler, Wellesweilerstraße: Vollsperrung auf Grund von Reinigungsarbeiten nach einer Ölspur. (20:04)

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Schüler schockiert: Busfahrer überfährt Hund

Beckingen. Es ist Freitagmittag, kurz nach 13 Uhr, die sechste Stunde ist zu Ende. Wie viele ihrer Mitschüler sitzt die elfjährige Katharina Scholl im Linienbus vom Dillinger Albert-Schweitzer- Gymnasium nach Hause, als der Fahrer in der Dillinger Straße in Beckingen plötzlich scharf bremst. „Ich bin nach vorne geschleudert worden“, erinnert sich auch die 19-jährige Sarah Theobald den heftigen Ruck. „Ich saß hinten und konnte daher nicht sehen, was vorne passiert ist, aber durch die Rückscheibe habe ich dann den toten, blutüberströmten Hund gesehen“, sagt Katharina. „Ich habe noch den jungen Mann gesehen, dem der Jack- Russell-Terrier gehörte. Er sah ziemlich niedergeschlagen aus“, meint Sarah.

Der Bus nimmt seine Fahrt wieder auf, als die Rufe der zirka 40 Kinder ertönen: „Anhalten, Sie haben einen Hund überfahren!“ Doch erst ein gutes Stück weiter, in der Marienstraße in Beckingen, hält der Fahrer an und telefoniert kurz. „Viele Kinder haben geweint, ich auch“, meint die elfjährige Gymnasiastin. „Ich war völlig schockiert! Warum ist er einfach weitergefahren und hat nichts gesagt, um die völlig aufgelösten Kinder zu beruhigen?“, fragt sich Sarah Theobald. „In Biezen habe ich den Fahrer nach seinem Namen gefragt, damit ich mich über sein Verhalten beschweren kann.“ Statt seinen Namen zu nennen, habe der gereizt mit: „Dann hast du Pech gehabt“ reagiert. Zudem habe er sie erst eine Station später als gewünscht aus dem Bus aussteigen lassen.



Der Saar-Pfalz-Bus GmbH ist der Vorfall vom 12. August bekannt. „Unserer Kenntnis nach hat ein Junge einen Ball geworfen, dem der Hund nachgerannt ist. Unser Fahrer hat gebremst, es aber nicht mehr rechtzeitig geschafft, den Bus anzuhalten“, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Der Mann habe ordnungsgemäß per Telefon seinen Vorgesetzten über den Unfall informiert. Dieser habe dann bei der Polizei angerufen, dort aber niemanden erreicht. Der Fahrer sei weitergefahren, weil der Bus voll besetzt gewesen sei, heißt es von dem Verkehrsunternehmen. Bei der Polizei ist der Vorfall bislang nicht aktenkundig geworden, teilte die Polizei in Beckingen auf SZ-Anfrage mit. Die Empörung der Schüler, die Augenzeugen des Zwischenfalls waren, hält aber bis heute an: „Den Hund zu überfahren, kann ja leider jedem passieren, aber er kann nicht einfach weiterfahren“, findet Katharina Scholl. ukl
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