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Schüsse bei Schlägerei zwischen türkischen Rockern in Dudweiler

Symbolfoto.

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Die Szene rund um die Dudo-Galerie, dem Einkaufszentrum am Dudweiler Marktplatz, wirkt gespenstisch: Blaulicht von Polizei und Rettungswagen blinkt fast überall. Ein Augenzeuge zählt mindestens 16 Einsatzfahrzeuge der Polizei, die das Zentrum des Saarbrücker Stadtteils vorübergehend absperren. Polizisten mit Maschinenpistolen im Anschlag stehen an den Eingängen, Tatortspezialisten sichern Spuren. Sie finden später eine Patronenhülse. Die Polizei bestätigte gestern, dass sie aus einer scharfen Waffe abgefeuert wurde.
Was war im Dudweiler Zentrum gegen 21.45 Uhr am Montagabend geschehen? Ein Augenzeuge will einen Schrei und zwei Schüsse gehört haben, weshalb er den Notruf wählte. Polizisten aus fast allen Dienststellen im Regionalverband eilten zum Tatort. Polizeisprecher Stephan Laßotta berichtet von 35 Beamten. Erste Befürchtungen aufgeschreckter Passanten, es handele sich möglicherweise um einen Amoklauf, bewahrheiten sich glücklicherweise nicht. Stattdessen spricht manches für eine brutale Auseinandersetzung zwischen der türkischen Rocker-Gruppierung „Osmanen“ und einer dem kurdischen Lager zugerechneten rockerähnlichen Bande.
Die Dezernate „Staatsschutz“ und „Organisierte Kriminalität“ (OK) des Landespolizeipräsidiums haben zwischenzeitlich die Ermittlungen übernommen. Bekannt ist: Beim Streit unter gewaltbereiten Rockergruppen geht es nicht selten um Drogengeschäfte oder ums Rotlicht.
Nach derzeitigem Stand der Dinge war ein 26-jähriger Deutscher, der ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Osmanen“ trug, Gast auf einer Geburtstagsfeier in einem Lokal in der Dudo-Galerie. Als er mit zwei polizeibekannten Begleitern die Gaststätte kurz verließ, warteten draußen – so Zeugenangaben – etwa 15 bis 20 junge Leute, ein Großteil von ihnen in schwarzen T-Shirts gekleidet, auf ihn und griffen an. Baseballschläger, Teleskopstöcke und Schlagstöcke sollen eingesetzt worden sein. Zwei Schüsse fielen angeblich. Der 26-Jährige erlitt durch einen Schlag eine Platzwunde am Kopf. Er wurde in eine Klinik gebracht. Von möglichen Schussverletzungen hat die Polizei nach Angaben ihres Sprechers nichts erfahren.
Die Angreifer flüchteten in mehreren Autos. Im Rahmen ihrer sofort eingeleiteten Fahndung stoppte die Polizei ein Auto mit drei jungen Männern aus der Region. Sie alle sind offenbar wegen Gewaltdelikten bekannt. Ihre Personalien wurden notiert. Entgegen ersten Medienberichten wurde niemand festgenommen.
Der verletzte 26-Jährige machte, wie auch seine Begleiter, gegenüber den Ermittlern keine Angaben zum möglichen Hintergrund der Auseinandersetzung. Nach Angaben der Polizei verdichteten sich im Laufe der Ermittlungen am gestrigen Dienstag Hinweise darauf, dass es sich bei den Angreifern um Mitglieder der Gruppe „Bahoz“, die dem kurdischen Spektrum zuzuordnen ist, handelt. In diesem Zusammenhang führten Fahnder gesten Abend gegen 20 Uhr eine Razzia in einem Lokal in der Saarbrücker Stengelstraße durch. Spezialeinsatzkräfte stürmten die Gaststätte. Ermittler überprüften danach die Personalien von acht Personen, die der Rockergruppierung zugeordnet werden. Festgenommen wurde niemand. Das Lokal soll angeblich ein Treffpunkt dieser Szene gewesen sein.

 
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