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Schuhe nach Maß wieder im Trend

Saarbrücken. Mit der Gesundheitsreform kam der Einbruch, sagt Karin Herges, Seniorchefin der Schuhmacherei Herges in Saarbrücken. Schon ab den ersten Reformen habe sich der Umsatz des Orthopädie-Schuhmachers stets nach unten bewegt. „Vorher hatten wir noch 25 Mitarbeiter, heute haben wir noch 15 Beschäftigte“, sagt Karin Herges. Angesichts des Umsatzrückgangs hat sich die Familie auf einen Geschäftszweig besonnen, der im Unternehmen stets ein Schattendasein führte: die Herstellung von Maßschuhen.

Schon vor 70 Jahren, als Johann Herges das Unternehmen gegründete, hatte er neben medizinischem Schuhwerk Maßschuhe angeboten. Seit eineinhalb Jahren setzt die Familie nun in ihrer speziell dafür gegründeten Schuh-Manufaktur auf die Herstellung von Schuhen für eine Kundschaft, die bereit ist, ohne Bezuschussung durch die Krankenkasse fast 900 Euro für ein paar Schuhe zu bezahlen. „Auf den ersten Blick ist das zwar eine Menge Geld, angesichts einer Lebensdauer solcher Schuhe von 15 bis 20 Jahren allerdings rechnet sich die Anschaffung“, sagt Karin Herges. Die Schuhmanufaktur, in der Herges die Maßschuhe wie kleine Kunstwerke präsentiert, ist vor eineinhalb Jahren in den Räumen der früheren Schuhmacherei entstanden. Verantwortlich für das Maßschuhgeschäft ist Johannes Herges, der Enkel des Gründers Johann Herges und Diplom-Ingenieur der technischen Orthopädie. Er vermisst die Füße der Kunden, erstellt die Leisten – das Abbild des Fußes – und passt letztlich den Schuh an. Seine Mutter Karin verantwortet den geschäftlichen Teil der Manufaktur.

Nicht nur der Familienbetrieb Herges, auch der Orthopädie-Schuhmacher Thomas Krisam aus Losheim setzt seit 1998 mit seinem Kollegen Joachim Wittling auf das Geschäft mit Maßschuhen. „Bei uns war der Auslöser weniger die Gesundheitsreform, als der Spaß am Handwerk“, sagt Krisam. „Wir wollten auch für Menschen ohne kranke Füße diese edlen Maßschuhe wieder aufleben lassen“, sagt Krisam. Während Vermessung und Anprobe bei beiden Schuhmachern stattfinden, profitieren sie bei der Fertigung von der vorhandenen Orthopädie-Werkstatt. Und auch bei der Gestaltung der Schuhe fließt medizinisches Wissen ein: „Neben dem schönen Schuh bieten wir den Kunden auch noch ein medizinisch sinnvolles Fußbett. So genießt er die Vorteile von Maßschuhen ebenso wie die orthopädischer Schuhe.“ 
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