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Schulbuchausleihe: 2.500 Teilnehmer haben immer noch nicht bezahlt

Etwa 2500 Teilnehmer an der Schulbuchausleihe im Saarland haben einen Monat nach Beginn des Schuljahrs die Gebühr noch nicht bezahlt. Darum müssen viele Schüler noch ohne Bücher lernen.

Saarbrücken. Die noch von der Ex-Kultusministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) eingeführte Schulbuchausleihe im Saarland weist offenbar Mängel auf, die dazu führen, dass noch viele Schüler im Land ohne Bücher lernen müssen. Wie das Bildungsministerium der SZ auf Anfrage mitteilte, haben von etwa 70 000 Teilnehmern bisher 67 500 das Leihentgelt bezahlt oder nachgewiesen, dass sie davon befreit sind.

"Das bedeutet jedoch nicht, dass alle übrigen 2500 Teilnehmer keine Bücher erhalten haben", betonte das Ministerium. Darunter seien Schüler, die sich zwar zur Ausleihe angemeldet, aber dann die Bücher gekauft hätten. Seit dem Start der Ausleihe bestätige ein Großteil der Lehrkräfte, dass sich die Versorgung mit Büchern stark verbessert habe, hieß es.

Dennoch gibt es weiterhin Defizite: In Saarbrücken etwa sind noch etwa 100 Grundschüler ohne Bücher, im Regionalverband an weiterführenden Schulen etwa 80, weil die Behörden die Bücher nur abgeben, wenn die Eltern die Kosten erstattet haben. Für den Saarbrücker Schulamtsleiter Günter Buth liegt der Fehler im System, Kinder ohne Bücher würden "stigmatisiert". Die SPD sprach vom "Aufbau sozialer Barrieren". Bernhard Strube von der Elterninitiative für Bildung rief dazu auf, den Kindern, die "beschämt" ohne Bücher dastünden, die Bücher sofort zu geben. Der Vize des Kinderschutzbundes Saar Stefan Behr sagte, am Ende müssten die Schul-Fördervereine in die Bresche springen. "Sehr störanfällig" nannte der Chef der Lehrer-Gewerkschaft GEW Saar Peter Balnis das Leihsystem.

  Balnis berichtete von der Gesamtschule Neunkirchen, an der er arbeitet, dass auch dort einige Schüler keine Bücher hätten. Denen habe man Bücher vom letzten Schuljahr gegeben. Balnis forderte Gebührenfreiheit, ebenso die Gesamtlandeselternvertretung.

Meinung

Kinder brauchen die Bücher jetzt

Von SZ-Redakteur

Dietmar Klostermann

Es lässt sich trefflich über verantwortungslose Eltern lamentieren, denen es einerlei ist, ob ihre Kinder mit Schulbüchern ausgestattet sind. Auch der Streit um das richtige System ist akademisch, hilft den Kindern also nicht, da die Bürokraten die Bücher ohne Buchungsbeleg nicht herausrücken. Darum muss Bildungsminister Kessler ran: Er muss dafür sorgen, dass alle Schüler die nötigen Bücher sofort erhalten. Über Kosten und Systeme können die Erwachsenen weiter streiten - Hauptsache, die Kinder können gut lernen!

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