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Schulessen: Neuer Speiseplan vorgestellt

Saarbrücken. Ob Dibbelabbes, Gefillde oder Schweineschnitzel: An rund 50 saarländischen Schulen mit Mittagsbetreuung gibt es seit dieser Woche Essen nach einem Speiseplan, der auf Schülerwünschen basiert. Gestern stellten Verbraucherschutzministerin Anke Rehlinger (SPD), Gesundheitsminister Andreas Storm (CDU) und Bildungsstaatssekretärin Andrea Becker (SPD) den Plan in der Gemeinschaftsschule am Saarbrücker Ludwigspark vor.

Im Oktober hatte die Vernetzungsstelle Schulverpflegung Schüler dazu aufgerufen, ihre Lieblingsgerichte einzureichen. Die Stelle ist im Saarland Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um die Qualität des Schulessens. Sie fördert unter anderem die Umsetzung von Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Aus den Schüler-Wünschen haben die beiden einzigen von der DGE zertifizierten Lieferanten von Schulessen im Land gemeinsam mit der Vernetzungsstelle einen Speiseplan erstellt, der sich vierwöchentlich wiederholt und mit denen sie nun etwa 50 Schulen beliefern. Der Plan ist im Internet bei der Vernetzungsstelle abrufbar.

Die Minister hoffen, dass sich auch andere Schulen anschließen werden – vorschreiben können sie es jedoch nicht, denn das ist Sache der Träger der Mittagsbetreuung. Für das kommende Schuljahr kündigte Rehlinger strengere Regeln für das Schulessen an: Während bisher nur die gebundenen Ganztagsschulen dazu verpflichtet sind, die DGE-Qualitätsstandards einzuhalten, soll dies ab Sommer auch für die freiwilligen Ganztagsschulen gelten – und damit für die allermeisten Schulen im Land. Die Einhaltung werde dann auch ein Faktor bei der Bewilligung von Förderprogrammen sein, hieß es. Derzeit püft eine Arbeitsgruppe, in der unter anderem mehrere Ministerien vertreten sind, wie ein effektives Kontrollsystem dann aussehen könnte. Schon jetzt untersucht das Landesamt für Verbraucherschutz regelmäßig, was in den Schulen auf die Teller kommt. Dabei geht es jedoch um allgemeine Hygienevorschriften. Vor einigen Wochen wurde schwerpunktmäßig kontrolliert; gravierende Mängel seien aber nicht aufgefallen, so Rehlinger. Nachgebessert werden müsse teilweise aber bei Eigenkontroll-Konzepten.



Meinung
Auf einem guten Weg
Von SZ-Redaktionsmitglied Jonas Wissner

 
Der neue Speiseplan ist eine öffentlichkeitswirksame Aktion der Landesregierung – aber auch nicht viel mehr. Essensanbieter müssen ohnehin die Wünsche ihrer Kunden – also der Schüler – beachten. Deren Eltern bezahlen es schließlich. Und die von der DGE zertifizierten Betriebe kochen schon länger nach deren Vorgaben. Doch insgesamt ist das Saarland beim Schulessen auf einem guten Weg. Dass die DGE-Standards bald für alle Schulen gelten sollen, ist richtig. Ebenso der Anspruch, Kinder früh an gesundes und abwechslungsreiches Essen heranzuführen. Schwieriger ist es dagegen, voll auf regionale Produkte zu setzen: Das Saarland ist auf Lebensmittel-Importe angewiesen. Es muss ja nicht alles vom Bauern um die Ecke kommen – solange die Qualität stimmt.
 
Auf einen Blick
Auf dem Speiseplan stehen einige Gerichte, die bei Kindern sehr beliebt sind, etwa Spaghetti Bolognese oder Schweineschnitzel, dazu häufig Obst. Aufgrund der Schülerwünsche wurden auch saarländische Spezialitäten aufgenommen, beispielsweise Lyoner-Nudel-Auflauf, Dibbelabbes und Gefillde, ferner deftige Speisen wie Bohnensuppe und Erbseneintopf. Außerdem Sellerieschnitzel, Lauchkuchen mit Rohkoststicks und mehr. Gemäß der DGE-Standards wird auf eine ausgewogene Zusammenstellung geachtet. So wird in vier Wochen nur siebenmal Fleisch aufgetischt. jow
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