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Schulobst bald auch für Lehrer

Umwelt- und Bildungsministerium sind zufrieden: Die erste Runde des EU-Schulobstprogramms kam gut an. 10.000 Schüler aus Grund- und Förderschulen machen mit. Erst im April geht es wieder weiter.

Saarbrücken. Die Grundschullehrer, deren Klassen am Schulobstprogramm der Landesregierung teilnehmen, brauchen künftig für ihre „Vitaminspritze“ nicht mehr in die eigene Tasche zu greifen. Das kündigte gestern Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) an. Im zweiten Schulhalbjahr 2009/2010 werde das Land die Kosten von 15.000 Euro übernehmen. Für das Lehrpersonal gibt die EU, die das Schulobstprogramm initiierte, keine Zuschüsse. 7,80 Euro mussten die Lehrer für sechs Wochen zahlen.

Lehrer müssen nicht mehr selbst bezahlen
Für Kessler ist die Beteiligung der Lehrkräfte am Schulobst-Essen pädagogisch wichtig. Der gemeinschaftliche Verzehr habe eine soziale Komponente, so der Minister. Hinzu käme, dass beispielsweise etwas über die Herkunft oder den Anbau des Obstes gelehrt werden könne.

Seit Mitte November werden 61 Grund- und zehn Förderschulen im Saarland drei Mal wöchentlich mit frischem Obst und Gemüse versorgt. Umweltministerin Simone Peter (Grüne) verspricht sich davon kurzfristig eine „kontinuierliche Vitaminversorgung während der Wintermonate“ und langfristig eine Änderung im Ernährungsverhalten.

Mehr Bio
Weiterhin werde auch der heimische Agrarmarkt davon profitieren. Zehn Prozent der gelieferten Ware sollen der EU-Bio-Verordnung entsprechen. „Und diesen Anteil wollen wir künftig noch steigern“, ergänzt Peter.

Im April geht es weiter
Die Umweltministerin spricht von einem „erfolgreichen Start“ der ersten Projektphase, die in dieser Woche mit dem Beginn der Weihnachtsferien zu Ende geht. 47.000 Euro seien aufgewendet worden. Land und EU teilten sich die Kosten. Das Saarland sei das einzige Bundesland, das bereits in diesem Jahr mit der Umsetzung des Schulobst-Programms begonnen habe. Die zweite Projektphase werde voraussichtlich im April gestartet und laufe bis zu den großen Ferien. Dann könnten sich auch weitere Schulen an der Aktion beteiligen.

Streit um Formulierungen
Der Hauptpersonalrat der Grundschulen hat Ende November in einem Schreiben an das Umweltministerium Kritik an der Umsetzung des Programmes geübt. Thema unter anderem: das Bezahlen. Eine „ungeheuerliche Entgleisung“ nennt der Personalrat folgende Formulierung aus dem Umweltministerium: „Ein Lehrer, der sich aus der Klassenkiste bedient, weil etwas übrig geblieben ist, ist im Sinne der EU-Verordnung ebenso schuldig wie das Schulkaninchen oder die Hühner in der Schule, die damit in der Pause gefüttert werden.“

Die SPD-Politikerin Hoffmann-Bethscheider forderte die Umweltministerin Peter auf, sich bei den Lehrern für die Wortwahl zu entschuldigen.






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