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Schulobst jetzt auch für Kitas und weiterführende Schulen im Saarland

Das Saarland wird im Zuge der Ausweitung des europäischen Schulobstprogramms doppelt so viel Geld wie bisher erhalten. Für das kommende Schuljahr 2014/15 rechnet das zuständige saarländische Umweltministerium mit EU-Mitteln in Höhe von 600 000 Euro, teilte eine Sprecherin auf Anfrage unserer Zeitung mit. Neu ist, dass neben Grund- und Förderschülern im nächsten Schuljahr zum ersten Mal auch Kinder an Kindertagesstätten und Schüler von weiterführenden Schulen drei Mal pro Woche in den Genuss von frischem Obst und Gemüse kommen.

Ziel des Programms ist es, Kindern und Jugendlichen Obst und Gemüse schmackhaft zu machen. Insgesamt stehen im Landeshaushalt 850 000 Euro zur Verfügung. Von dieser Summe trägt die EU knapp drei Viertel, das Land ein Viertel. Das Saarland startete 2009 als erstes Bundesland das Schulobstprogramm. Angesichts der steigenden Teilnehmerzahlen werde es immer schwieriger, Obst und Gemüse in ausreichender Menge aus der Region zu beziehen, räumte das Umweltministerium ein. Der Gesamtbedarf sei schon jetzt mit Produkten aus hiesigem Anbau nicht zu decken.

Dennoch müssen Äpfel weiterhin – zumindest solange sie verfügbar sind – aus dem Saarland stammen. Auf Wunsch vieler Schulen könne die Produktpalette ab kommendem Schuljahr erweitert werden. So könnten Lieferanten – nach Absprache mit dem Ministerium – zum Beispiel auch Walnüsse und Mangos anbieten, um dadurch die Vielfalt in der Schulobstkiste zu erhöhen. Das Ministerium sei über die wöchentliche Auswahl der Erzeugnisse informiert, lasse sich Lieferscheine vorlegen und führe Kontrollen an Schulen und bei Händlern durch, hieß es.

Ab dem nächsten Schuljahr wird allerdings die Portion von 130 Gramm pro Kind auf 100 Gramm verringert. Grund dafür ist laut Ministerium, dass viele Schulen der Behörde zurückmeldeten, dass die Mengen „etwas zu hoch angesetzt sind“.

Bis Anfang Juli hatten sich nach Angaben des Ministeriums 170 Grund- und Förderschulen (17 585 Kinder) angemeldet sowie 28 weiterführende Schulen (2341 Jugendliche) und 109 Kitas (8988 Kinder). Die genaue Zahl der Teilnehmer soll Anfang August feststehen. Sie hängt auch von den tatsächlichen Kosten für die Obstund Gemüselieferungen ab.

„Viele Eltern wissen einfach nicht, wie gesunde Ernährung geht“, sagte Marina Schulz, die beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) im Saarland Teamleiterin des Therapieprogramms „Moby Dick“ für übergewichtige Kinder ist. Laut DRK-Landesverband hat sich die Zahl der fettleibigen Kinder dramatisch erhöht. Insgesamt lebten im Vergleich zu allen westlichen Bundesländern im Saarland die meisten Übergewichtigen, hieß es. Angesichts dieser Entwicklung hatte die Linksfraktion im Saar-Landtag gestern die Wiedereinführung der dritten Sportstunde in Schulen gefordert.

HINTERGRUND

Äpfel und Bananen essen Schüler im Saarland am liebsten, am wenigsten mögen sie Orangen und Kiwis. Spitzenreiter beim Gemüse ist die Salatgurke, gefolgt von Möhren und Tomaten.

Unbeliebt ist bei den Schülern insbesondere der Rettich. Das ist ein Ergebnis einer Untersuchung des Schulobstprogramms im Saarland. Befragt wurden Schulleiter, Klassenlehrer und das pädagogische Personal der Nachmittagsbetreuung. Überwiegend zeigten sie sich mit dem Programm „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Die Abwechslung des Angebots wurde durchschnittlich mit „genau richtig“ bewertet, 30 Prozent fanden sie zu gering. Auch wurde der Wunsch nach einem höheren Bio-Anteil geäußert. Die Einhaltung der Hygienestandards wird als größtes Problem bei der Umsetzung des Programms betrachtet. Weitere Probleme sind die Lagerung des Obstes und Gemüses und der hohe Zeitaufwand. ukl

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