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Schulstreit: Speyerer Bischof steht zum Homburger Johanneum

Das Bistum Speyer will das Johanneum weiterhin finanziell unterstützen.

Das Bistum Speyer will das Johanneum weiterhin finanziell unterstützen.

Bischof Karl-Heinz Wiesemann appelliert an alle Beteiligten, daran mitzuwirken, das Johanneum aus der Krise zu führen. Das Bistum werde die Schule weiterhin unterstützen, wolle und könne sie aber nicht übernehmen.

Homburg.
Das Bistum Speyer will, dass das Johanneum in Homburg „als profilierte katholische Schule in der bisherigen Trägerschaft gesichert weiter besteht“. Dieses klare Bekenntnis zu dem Homburger Gymnasium, das vor mehr als 40 Jahren von den Hiltruper Missionaren gegründet wurde, bekräftigte Bischof Karl-Heinz Wiesemann in einem Schreiben an den Schulelternbeirat.

Dieser hatte in Sorge um die Zukunft der Schule an den Bischof appelliert, „alles in seiner Macht Stehende zu tun, um das Gymnasium Johanneum zu erhalten“ (wir berichteten). Die Elternvertreter hatten in einem Brief an den Bischof und in einer Stellungnahme an den Stiftungsrat der Schule unter anderem „unklare Zuständigkeiten“ in der Schule kritisiert und der Leitung der Nachmittagsbetreuung Silentium vorgeworfen, sie führe ein Eigenleben und arbeite gegen die Schulleitung. Das Silentium untersteht nicht der Schulleitung, sondern der Schul GmbH, die wiederum vom Orden geführt wird. Die Vorwürfe der Elternvertretung wurden von Silentiumsseite inzwischen zurückgewiesen.

Bistum: Geld im Johanneum gut angelegt
Der Bischof in seinem Schreiben an die Elternvertretung, das er auch unserer Zeitung geschickt hat: Die Diözese fördere das Johanneum seit seiner Gründung mit einem hohen jährlichen Zuschuss für die Personal- und Baukosten; sie sei nach dem Saarland der zweitgrößte Zuschussgeber für das Homburger Gymnasium.

„Wir wissen, dass dieses Geld im Johanneum gut angelegt ist, und wir haben in der Vergangenheit gut und vertrauensvoll mit Schulträger und Schulleitung zusammengearbeitet“, betont Bischof Wiesemann.

Vertrauensverlust durch Missbrauchsskandal
In jüngster Zeit habe es allerdings eine Reihe von Konflikten im Johanneum und um das Johanneum gegeben, die unter anderem auf „unklare Kompetenzverteilungen zwischen Geschäftsführung, Schulleitung und Silentium zurückzuführen sind“. Hinzu komme, dass im März Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt wurden, die sich in den 1970er und 80er Jahren am damals noch existierenden Internat des Johanneums ereignet hatten. Es komme darauf an, so der Bischof, „verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen und die Schule wieder zu dem zu machen, was sie nach dem Willen ihrer Stifter sein soll“.

Bischof Wiesemann verweist darauf, dass er in den vergangenen Monaten den Orden in mehreren Gesprächen und einem Briefwechsel um Beantwortung verschiedener Fragen gebeten habe. Unter anderem geht es wohl um die Klärung des Verhältnisses zwischen der Schul GmbH und der Stiftung.

Bistum will Schule nicht übernehmen

Diese sachliche Klärung durch den Orden stehe bislang noch aus. Zu keiner Zeit aber, auch nicht in den letzten Gesprächen mit dem Orden, habe das Bistum seinen laufenden Zuschuss an das Johanneum infrage gestellt oder an besondere Bedingungen geknüpft. Ebenso weist der Bischof Vermutungen zurück, dass die Diözese mehr Einfluss auf die Schule gewinnen wolle oder eine Veränderung in der Trägerschaft anstrebe. Das Bistum könne und wolle die Schule nicht übernehmen.

Ihm liege in Wahrnehmung der bischöflichen Schulaufsicht daran, „dass die Schule gemäß dem Stifterwillen mit Hilfe aller darin Verantwortlichen diese Krisenzeit gut übersteht und in neuer Geschlossenheit und Ausstrahlungskraft in die Zukunft geht“. Dazu biete das Bistum, das ideell und finanziell zu dieser Schule stehe, weiterhin seine Hilfe an.

Der Geschäftsführer des Hiltruper Ordens, Pater Hans Linnenbrink, hatte sich kürzlich gegenüber unserer Zeitung gegen das Anliegen des Bischofs gewehrt. Falls die Schule nicht wie bisher weiterlaufe, suche der Orden notfalls ein neues Konzept für die Schulträgerschaft, drohte Linnenbrink dem Bistum. Gegenüber Schulelternvertretern soll der Ordensmann sogar davon gesprochen habe, im schlimmsten Fall das Johanneum in „drei bis vier Jahren abzuwickeln“.





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