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Schutz für Bello & Mieze: Landtag will Kennzeichnungs-Chip

. Es ist ein Bild der Trauer, das sich alljährlich vor den Sommerferien an deutschen Raststätten bietet. Hunde, abgemagert an einem Laternenmast gebunden. Ausgesetzt, weil sie ihren Besitzern irgendwann zu groß, zu laut oder zu anstrengend wurden. „Früher hätte ich noch gesagt, dass das eigentlich ganzjährig passiert. Aber in den letzten Jahren können wir beobachten, dass viele Leute ihre Tiere sechs bis acht Wochen vor den Ferien aussetzen“, sagt Josephine Mathis, Vorsitzende des Tierschutzvereins Saarbrücken, der auch das Bertha-Bruch-Tierheim betreibt. So traurig das Schicksal der Tiere ist, so wenig Möglichkeiten haben Polizei und Behörden, die Besitzer zur Rechenschaft zu ziehen. Es ist einfach nicht möglich herauszufinden, wem die Tiere gehören.

Doch das soll sich bald ändern. Die große Koalition im saarländischen Landtag befürwortet eine Kennzeichnungspflicht für Hunde und Katzen. Geht es nach dem Willen von CDU und SPD, sollen künftig Tierhalter verpflichtet werden, ihren Hunden und Katzen kleine Chips einsetzen zu lassen. So sollen sich die Tiere eindeutig ihren Besitzern zuordnen lassen.

Tierschutzvereine fordern eine solche Regelung seit Jahren. Den Anstoß zum Vorstoß der großen Koalition hat allerdings erst der neue Tierschutzbeauftragte der saarländischen Landesregierung, Hans-Friedrich Willimzik gegeben. Schon im Februar, als er sein Amt angetreten hatte, kündigte er an, sich für die Neuregelung einzusetzen: „Ganz wichtig ist für mich die Kennzeichnung für Hunde und Katzen. Dadurch können die Halter ausfindig gemacht werden. In Österreich werden beispielsweise seit der Einführung der Hundekennzeichnung viel weniger Tiere ausgesetzt.“

Hilfe für entlaufene Tiere

Doch Mathis weist darauf hin, dass es bei der Neureglung nicht nur um die Bestrafung von Haltern gehe: „Mit einer Kennzeichnung lassen sich auch die Besitzverhältnisse schnell klären, beispielsweise wenn ein Tier entlaufen ist.“ Außerdem könnten sich so Fälle von „Animal Hoarding“, also das krankhafte Sammeln von lebenden Tieren, vermeiden. „Natürlich nur, wenn auch ausreichend kontrolliert wird“, mahnt Mathis. Das Bertha-Bruch-Tierheim kennzeichnet bereits jetzt alle Tiere, die bei ihm abgegeben werden.

Sollte der Landtag dem Vorstoß der großen Koalition folgen, wäre das allerdings nur ein erster Schritt. Entschieden wird die Kennzeichnungspflicht nämlich auf Bundesebene. Dort würde sich die Landesregierung dann künftig im Auftrag des Landtages für die Kennzeichnungspflicht einsetzen. Im Jahr 2011 hatte der Bundestag einen Antrag auf Kennzeichnungspflicht noch abgelehnt. Der damalige Antrag hatte allerdings auch die Kastration vieler Tiere gefordert.

Auf einen Blick

Um Hunde und Katzen zu kennzeichnen, wird ihnen ein zirka ein Gramm schwerer Chip eingesetzt. Der Eingriff soll ungefährlich und für die Tiere in etwa so schmerzhaft wie eine Impfung sein. Auf dem Chip ist eine 15-stellige Nummer gespeichert, die sich eindeutig dem Tier und dem Besitzer zuordnen lässt. Bereits seit 2011 ist die Kennzeichnung bei Grenzübertritten in der Europäischen Union verpflichtend. jbö

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