B269 Stadtgebiet Lebach, Heeresstraße bis Koblenzer Straße Zwischen Lebach und Lebach-Bubach in beiden Richtungen Gefahr durch Tiere auf der Fahrbahn Kühe (10:48)

B269

Priorität: Sehr dringend

10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Schwamm wirbt um Ex-Höll-Mitarbeiter

Die Wurst von Höll wird es weiter geben - die Insolvenz ist vorerst abgewendet. Um die entlassenen Mitarbeiter wirbt indessen der Konkurrent Schwamm.

Die Wurst von Höll wird es weiter geben - die Insolvenz ist vorerst abgewendet. Um die entlassenen Mitarbeiter wirbt indessen der Konkurrent Schwamm.

Saarbrücken. Der Konkurrent des Wurstherstellers Höll, die Saarbrücker Firma Schwamm, will gerne Mitarbeiter von Höll übernehmen. Das sagten gestern Geschäftsführer Günter Schwamm sowie Richard Bard, Geschäftsführer des Tochterunternehmens Bard Metzgerei- Produkte, im Gespräch mit unserer Zeitung. „Fachkräftemangel ist für uns ein ganz wichtiges Thema“, sagte Bard. Es sei schwierig, ausreichend geschultes Personal für die Fleischverarbeitung zu bekommen. „Im vergangenen Jahr konnten wir beispielsweise keinen Fleischer einstellen, weil es kaum noch jemanden gibt, der sich in diesem Berufsbild ausbilden lässt“, beklagt Schwamm.

Die Schwamm-Tochter Bard gehört seit acht Jahren zu Schwamm und ist seitdem stark gewachsen: Das Unternehmen, das Fleischerei-Spezialprodukte herstellt, hat den Personalbestand von 20 auf 40 Mitarbeiter verdoppelt. Trotzdem, so Bard, sei das hohe Aufkommen mit eigenen Mitarbeitern nicht zu schaffen. Auch deshalb kooperiere das Unternehmen mit einem ungarischen und einem deutschen Dienstleister, über die zurzeit 30 Mitarbeiter aus Ungarn im Unternehmen arbeiten. „Wir haben ständig offene Stellen beim Arbeitsamt“, sagt Bard. „Aber so schnell, wie wir sie brauchen, können Sie im Moment gar nicht an Mitarbeiter kommen“. Tatsächlich sind in der Jobbörse des Arbeitsamtes auch aktuell mehrere offene Stellen von Bard zu finden. „Wir haben dem Arbeitsamt signalisiert, dass wir an Höll- Mitarbeitern sehr interessiert sind.“

In der Diskussion um externe Mitarbeiter im Unternehmen weist Schwamm darauf hin, dass sein Betrieb keine externen Mitarbeiter aus Rumänien einsetzt. Allerdings sei es durchaus so, dass auch Schwamm Mitarbeiter über Werkverträge engagiert: „Um Spitzen in der Produktion abzufangen, haben wir zeitweise sechs bis acht Mitarbeiter, die von Dienstleistungsunternehmen gestellt werden“, sagt Schwamm. Außerdem würden 30 Akkordausbeiner über eine externe Firma bei Schwamm beschäftigt: „Die Firma beschäftigen wir aber bereits seit 30 Jahren – und das sind auch dauerhaft die gleichen Leute, die hier arbeiten“, sagt Schwamm. Sie stammten alle aus Frankreich oder aus dem Saarland. Außerdem sei Schwamm auch das einzige Fleischunternehmen, das noch selber ausbeint. Vorwürfe der Gewerkschaft NGG, Schwamm würde nicht branchengerecht bezahlen, weist Schwamm entschieden zurück: „Wir sind zwar nicht tarifgebunden, und wir bezahlen stark leistungsorientiert.

Aber wir zahlen auch ganz klar in Anlehnung an die branchenüblichen Tarife – sonst würden wir gar keine Mitarbeiter finden.“ Das Engagement von Werkvertrags-Mitarbeitern bei der Tochter Bard will Schwamm mittelfristig zurückfahren. „Bard ist zurzeit ja noch ein junges, schnell wachsendes Unternehmen“, so Bard. Wegen der sehr speziellen Produktpalette sei hier noch mehr Flexibilität nötig. „Auf Dauer allerdings gehe ich davon aus, dass wir die Zahl der Werkvertragsmitarbeiter auf fünf Prozent reduzieren“,
sagt Bard.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein