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Schwarz-Geschäfte mit Wildbret beim Saar-Forst?

Derzeit werde eine umfangreiche Stellungnahme erarbeitet. Er kündigte gleichzeitig als Reaktion auf die Feststellungen der Prüfer eine Verschärfung einzelner Vorschriften in der Jagdnutzungsverordnung an. Jost: „Wir werden nachsteuern!“. So soll festgeschrieben werden, dass die jagdberechtigten Forst-Mitarbeiter, darunter 33 Förster und drei Beamte, künftig nur noch eine bestimmte Stückzahl an Wild, das sie selbst erlegt haben, zu Sonderkonditionen für eigene Zwecke erwerben können. Im Gespräch ist eine Begrenzung auf maximal zehn bis zwölf Tiere im Jahr.

Jost betonte: „Die Jagd ist Dienstaufgabe der Förster.“ Wenn ein Förster jage, gelte dies aus versicherungsrechtlichen Gründen als Dienstzeit, aber nicht als Arbeitszeit. Nach Angaben aus dem Ministerium kann jeder Förster Rehe und Wildschweine, die er selbst geschossen hat, nach einer entsprechenden schriftlichen Information an die zuständige Forstabteilung für eigene Zwecke kaufen. Er erhält dafür einen Sondernachlass von 30 Prozent auf den Preis, der für „Wild in der Decke“, also nicht zerlegt, vom Großhandel an den Saar-Forst bezahlt wird. Bei einem aktuellen Abnahmepreis von 3,50 Euro pro Kilo Reh zahlt der erfolgreiche Jäger vom Forst für den von ihm erlegten Bock nur noch 2,45 Euro pro Kilo.
Interessante Notiz am Rande: Kauft der Schütze das Wild nicht, hat er Anspruch auf 10 Euro aus der Staatskasse für den erfolgreichen Schuss. Dann vermarktet der Forst das Fleisch.

Im Saar-Forst wurden wohl nach Berechnungen des Rechnungshofes 2015 und früher viele Böcke und Sauen geschossen. Für zwei Revierleiter und einen leitenden Forstbeamten  errechneten sie, dass diese im vergangenen Jahr 331 Kilo, 417 Kilo und der Spitzenreiter sogar 657 Kilo Wildbret am Stück quasi für den Eigenbedarf zu Sonderrabatt gekauft haben. Durchaus denkbar, dass da das ein oder andere Stück gegen Bares an Wildliebhaber oder Restaurants verkauft wurde.

Eine Nebentätigkeit für möglichen Wildbret-Handel hat nach Ministeriumsangaben keiner der Betroffenen angemeldet.

Nach SZ-Informationen gibt es beim Saar-Forst interne Listen, wonach ein Förster aus dem Trio 2013 sogar mehr als eine Tonne Wildfleisch zu Sonderpreisen gekauft hat. Insgesamt sollen alle drei seit 2012 mehr als 5,3 Tonnen Wild  „mit Haut und Haaren“ zur Eigennutzung erworben haben. Forstintern wird deshalb über einen florierenden Wildhandel der Kollegen gesprochen.  Einer der Erfolgs-Jäger hat sich angeblich den Spitznamen „Bin Jagen“ eingehandelt, weil er sich mit diesem Hinweis immer im Dienst abgemeldet habe. Er hat angeblich aus der Staatskasse auch Schadensersatz kassiert, weil eine Kühltruhe des Landesbetriebes, in der er abgepacktes Fleisch deponiert hatte, ausgefallen war und die Jagdbeute verdorben war. Er zahlte jährlich 20 Euro als Beitrag für die Stromkosten.

Weiterer Bericht in der Mittwochausgabe der Saarbrücker Zeitung.
 
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