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Schweizer Pulle für Saarländer



Saarbrücken.
Viele Marken sind zu festen Begriffen geworden. Niemand käme darauf, sie zu nennen, um sein Umfeld mit Werbung zu malträtieren. So bittet die Schniefnase um ein Tempo und schnäuzt in ein Papiertaschentuch. Im Büro gibt's Tipp-Ex statt Korrekturmittel. Weitere Beispiele gefällig? Uhu ersetzt Klebstoff, Nutella die Nussnugatcreme, Tesa-Film den Klebstreifen. So verhält sich's auch mit des Saarländers Lieblingsgewürz: Wer verlangt Würze? Es heißt: „Reich mir mal Maggi!“ Schnurzpiepegal, ob es sich um eine Flasche aus dem Hause mit dem roten Emblem handelt oder um ein Plagiat.

:: Drei-Sterne-Koch Uwe Erfort

:: Zeitraffer

:: Das geheimnisvolle Rezept

Doch Alfons Kratz(66), Landesinnungsmeister der Fleischerinnung des Saarlandes, schwört aufs Original. Auf die Frage, was in eine Lyoner gehört, antwortet er spontan: „Maggi natürlich!“ Kratz: „Bei der Rezeptur für die Herstellung der saarländischen Lyoner hat Maggi-Würze neben den Geschmackszutaten Pfeffer, Koriander, Muskat, frischen Zwiebeln und frischem Knoblauch eine herausragende Bedeutung für die Abrundung eines etwas kräftigen Würzgeschmackes.“ Der Experte geht noch weiter: „Bei fast allen Koch- und Brühwürsten wird im Saarland Maggi verwendet.“ Für Leberknödel, Frikadellen und sonstige Hackfleischprodukte sei die Würze „unerlässlich“.

Und wo zeigt sich noch die innige Verbindung zwischen dem Saarland und dem flüssigen Würz-Konzentrat? Bei der deutschen Konzern-Adresse: Maggi GmbH, Lyoner Straße23, Frankfurt. Marketing-Chef Alain Duvaud: „Das ist ein schöner Zufall. Denn der Straßenname geht wohl eher auf die französische Stadt Lyon zurück.“ Den Saarländer freut's dennoch. Weil nicht nur der so scharf auf die braune Gewürzmischung ist, deren Rezept gut behütetes Geheimnis ist, kümmern sich die Reklame-Strategen kaum noch um Werbung. Duvaud: „Die Maggi-Würze ist in fast jedem deutschen Haushalt vertreten. So ist sie im Laufe ihrer mehr als 120-jährigen Geschichte einfach zu einem Selbstläufer geworden.“

Die Manager wissen übrigens um den Großverbrauch der Saarländer. Die sind bundesweit Spitze – obwohl es sich um ein Schweizer Produkt handelt. Duvaud nochmals: „Verglichen mit anderen Regionen hat die Maggi-Würze besonders im Saarland eine große Fangemeinde.“ Und damit kokettieren die Saarländer ja auch ganz gern – oder wie ist das nochmal mit dem saarländischen Adventskranz, der aus einem Ring Lyoner und vier Maggi-Flaschen bestehen soll… Matthias Zimmermann 
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