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Schwere Vorwürfe gegen Energieversorger

   Saarbrücken. Der Streit der Interessengemeinschaft Fernwärmekunden mit Energie SaarLorLux (ESLL) geht in die nächste Runde. Die Interessengemeinschaft will die Preiserhöhung von ESLL nicht schlucken, die diese für den Abrechnungszeitraum 2008/2009 erhoben hat (wir berichteten).

Jetzt hat die Initiative ein neues Protestschreiben verfasst und 3600 Exemplare dieses Briefes an betroffene Haushalte verteilt. „Der Inhalt ist mit Gertrud Truar von der Verbraucherzentrale abgesprochen, wir schwimmen so in absolut sicheren Gewässern“, informierte Marlene Hoffmann, die mit Stefan Mazotta den Kampf gegen die Preiserhöhung anführt, am Freitagabend während der Bürgerversammlung auf dem Eschberg. Dass Energie SaarLorLux bei vielen Kunden zwischen 500 und 1000 Euro Nachzahlung erhoben hat, kommentierte sie so: „Jetzt ist ein Punkt erreicht, wo die Fernwärme nicht mehr bezahlbar ist.“ Energie SaarLorLux-Vorstandsmitglied Franz-Josef Johann habe in der vorangegangenen Bürgerversammlung versprochen, das Mahnverfahren der Bürger, die gegen die Erhöhung protestieren, vorläufig einzustellen. Hoffmann: „Das hat er nicht eingehalten.“ Verbraucherschützerin Truar vermutete: „Es ist wie im Kampf um den Gaspreis: Das Unternehmen hofft, dass einige einknicken.“ So hätten sich, als es bundesweit um die Gaspreise ging, einige Kunden von Drohungen, beeindrucken lassen und bezahlt.
 
  „Warum wird Kohle als Grundlage der Berechnung genommen, wenn am Kraftwerk Römerbrücke hauptsächlich Gas verbrannt wird?“, fragte ein Betroffener. Sobald die zur Suez-Gruppe gehörende Betreiberfirma Electrabel eine weitere Gasturbine installiert habe, solle das Werk sogar ausschließlich mit Gas betrieben werden. Peter Strobel, Chef der CDU-Stadtratsfraktion und Mitglied der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke, sagte: „Johann hat falsche Informationen weitergegeben.“ So sei der Kohlepreis nicht die einzige Grundlage für die Kostenrechnung. Strobels Stadtratskollege, Friedhelm Fiedler (FDP): „Energie SaarLorLux ist ein Abzocker.“ Fiedler sprach außerdem von „Mauscheleien“ in den alten Gremien des Stadtrates: „Wir haben deshalb unsere komplette Fraktionsmannschaft ausgetauscht.“

Zurück zu den Betroffenen. Peter Holzer, Mitglied einer Eigentümergemeinschaft auf dem Eschberg, fühlt sich über den Tisch gezogen: „Unser Beirat hat dem Verwalter empfohlen, dass er gegen die Preiserhöhung protestieren soll.“ Martina Strass-Fürsattel klagte: „Wir haben 25 Prozent Energie gespart, haben jetzt aber 23 Prozent Mehrkosten.“ Einige Fernwärmekunden erwägen eine Klage. Truar warnte davor: „Dann kommen Sie in die Beweispflicht.“ Kläger müssten dann womöglich teure Gutachten vorfinanzieren, um dem Unternehmen Fehler nachzuweisen.
  
  „Was ist mit den Mietern, die ihre Abrechnungen erst später vom Vermieter bekommen?“, wollte Markus Geiger wissen. Für die werde es schwer, sofern sie nicht Direktkunden bei ESLL seien, so Truar. Für den Rest sehe sie schwarz, weil sie zum Beispiel nicht glaube, dass die Siedlungsgesellschaft für ihre Mieter protestiere.  Andreas Lang  
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