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Schwere Vorwürfe gegen Landwirte aus Landau: Menschenhandel, Ausbeutung, Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung

Landau/Saarbrücken.  Ein erschreckendes Ergebnis haben Ermittlungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit an den Tag gebracht: Ausbeutung von ausländischen Arbeitskräften, Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung.

Wie das Hauptzollamt Saarbrücken jetzt mitteilt, hatten die Beamten einen landwirtschaftlichen Betrieb nach einem anonymen Hinweis überprüft. Sieben osteuropäische Erntehelferinnen sollen dort mit einer täglichen Arbeitszeit von zwölf bis 14 Stunden beschäftigt worden sein. Sie sollen sieben Tage die Woche, ab vier Uhr morgens, Erntearbeiten auf dem Feld durchgeführt, den Verkaufswagen bestückt und bis in den Abend Früchte klein geschnitten haben. Den Ermittlern zufolge addierten sich über 300 Monatsarbeitsstunden auf. Doch der dreiste Landwirt soll ihnen die Leistung auf 200 Stunden pro Monat gekürzt haben. Und es wurde für die Arbeiterinnen noch schlimmer: Bis zur Kontrolle durch die Behörde hatten die Frauen keinen müden Cent gesehen und waren so in ein Abhängigkeitsverhältnis gerutscht. Sie waren ihrem Arbeitgeber quasi ausgeliefert.



Sie hausten in Zimmern ohne Fenster und mussten verdorbene Lebensmittel essen

Das Ganze gipfelte dann noch in der unwürdigen Unterbringung: Angaben des Zollamts zufolge waren die Erntehelferinnen in Zimmern mit Doppelbetten, zum Teil ohne Fenster einquartiert. Ganz ekelhaft: Der Landwirt soll ihnen abgelaufene Lebensmittel zu Essen gegeben haben!

Eine der Helferinnen gab an, der Arbeitgeber würde ihr etwa 6000 Euro schulden. Sie sei immer wieder zurückgekommen, in der Hoffnung, dass ihr das Geld bezahlt werde.

Fest steht: Das für den landwirtschaftlichen Betrieb zuständige Ehepaar versäumte es, die Frauen zur Sozialversicherung anzumelden, die entsprechenden Beiträge und die Lohnsteuer abzuführen. Um in Deutschland arbeiten zu dürfen, hätten die Osteuropäerinnen eine Arbeitsgenehmigung benötigt. Doch diese lag weder für das laufende Erntejahr, noch für das vergangene Jahr vor. Das Ehepaar hat nun mächtig Ärger am Hals: Gegen die beiden wurde ein Verfahren eingeleitet. Die Ermittlungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Landau wegen Menschenhandel zur Ausbeutung der Arbeitskraft, Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung dauern noch an.

Traurig für die Erntehelferinnen: Sie mussten in ihr Heimatland zurückkehren. Einige hatten Glück und erhielten zumindest einen Teil ihres Lohns - andere aber nicht.
Anca Klein
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