A620 Saarbrücken - Saarlouis AS Saarbrücken-Wilhelm-Heinrich-Brücke in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt, Motorsportveranstaltung bis 18.08.2017 06:00 Uhr (04:34)

A620

Priorität: Dringend

21°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
21°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Schwerer Raub: Landgericht verurteilt junge Frau

Saarbrücken. Eine junge Frau wegen besonders schweren Raubes vor dem Landgericht – das klingt nach einem Krimi. Aber was dieser Tage vor dem Landgericht offenbar wurde, war ein Blick ins Elend. Das Verfahren endete mit einer Bewährungsstrafe. Laut Anklage hat die 29-Jährige im Dezember 2009 einem Mann in Saarbrücker mit einer Sprudelflasche niedergeschlagen und aus seiner Geldbörse 50 Euro genommen. Die Glasflasche gilt als gefährliches Werkzeug und rückt den Fall in den Bereich der Schwerkriminalität.

Frau lernte Opfer in einer Kneipe kennen

Weil die Frau keine Aussage machte, wurden Details durch Schilderungen ihrer Bewährungshelferin und der psychiatrisch-forensischen Gutachterin bekannt. Nach diesen Zeuginnen ergibt sich folgendes Geschehen: Die Frau lernte ihr späteres Opfer in einer Kneipe kennen. Sie verbringt viele Abende dort. Er spendierte Getränke; dann machte er ihr sexuelle Avancen. Sie bot an, mit ihm in seine Wohnung zu kommen, gegen Bezahlung. Vorher hatte sie Wein, Bier und über 20 Liköre getrunken. In der Wohnung des Mannes muss es zu Meinungsverschiedenheiten über die Art der Leistung gekommen sein. Er war schon nackt und wandte ihr gerade den Rücken zu. Da schlug sie ihm die Sprudelflasche auf den Kopf. Ein Nachbar fand den Mann später bewusstlos in einer Blutlache. Er rief die Polizei und sorgte für Erste Hilfe.



Verminderte Schuldfähigkeit

Die Angeklagte ist seit Jahren alkoholabhängig und hat geistige Defizite, die laut Gutachten Krankheitswerte erreichen. Eine Therapie erscheint nicht erfolgversprechend. Dazu gehöre Einsicht, ihr Intellekt stehe dem entgegen. Die Richter erkannten auf verminderte Schuldfähigkeit und verurteilten die Frau zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten. Zusätzlich muss sie 100 gemeinnützige Arbeitsstunden leisten. Ein Verfahren, wo sie angeblich einen falschen 20-Euro-Schein wechseln ließ, wird eingestellt.
jht 
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein