A623 Friedrichsthal Richtung Saarbrücken Zwischen AS Saarbrücken-Herrensohr und Einmündung Rodenhof Bauarbeiten, linker Fahrstreifen gesperrt, Stau zu erwarten bis 19.10.2017 05:00 Uhr (17.10.2017, 16:49)

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Schwimmen in der Saar? Wem's gefällt...

Diese Jungs springen vergnügt in die Saar, um sich zu erfrischen. Mittlerweile kann man von der neuen Treppe an der Berliner Promenade bequem  ins kühle Nass hüpfen.

Diese Jungs springen vergnügt in die Saar, um sich zu erfrischen. Mittlerweile kann man von der neuen Treppe an der Berliner Promenade bequem ins kühle Nass hüpfen.

Saarbrücken. Wasser. Ja genau. Im Grunde genommen ist es nur Wasser. Grünlich-braunes zwar, aber was soll’s? Und was kann schon passieren? Ich werde nass. Na und? „Bist Du komplett wahnsinnig? Hast Du ’ne Ahnung, was da alles drin rumschwimmt? Da kann man sich sonst was einfangen“, war die Reaktion einiger Bekannter, die an meiner geistigen Gesundheit zweifelten, als ich erzählte, dass ich durch die Saar schwimmen würde.

Ich habe zwar keine Angst, dass ein Sprung in die Saar meine Epidermis verätzen könnte, entscheide mich aber dennoch für einen Neopren-Anzug. Kaum zwänge ich mich in das enge Teil hinein, bleiben die ersten Passanten auf der Wilhelm-Heinrich-Brücke stehen. Gespannt, was hier wohl gleich passieren könnte. Zuschauer beim Kleiderwechsel zu haben war mir bis dato unbekannt, und ich kann auch künftig darauf verzichten. Aber was soll’s? Da muss ich jetzt durch. Also Reißverschluss hoch, Chlorbrille auf und ab ans Wasser. Genau: ans Wasser. Die Lage checken. Rechtsblick, Linksblick – nicht, dass Schiffsverkehr meinem Badeausflug vorzeitig ein unschönes Ende bereitet. Kein Schiff in Sicht, dafür immer mehr Neugierige, die sich vermutlich einen spektakulären Auftritt erhoffen. Ob ich ihnen sagen soll, dass ich sie in wenigen Augenblicken enttäuschen werde, weil ich nun mal nichts anderes mache, als zu schwimmen? Keine Kunststücke, keine Pyrotechnik, keine Gesangseinlage.

Ich entscheide mich dafür, die Spannung aufrecht zu halten und prüfe mit den Zehenspitzen die Wassertemperatur. Das wirkt zwar eher unprofessionell, gehört aber irgendwie dazu. Knapp 22 Grad misst die Saar derzeit, wie mir das Wasser- und Schifffahrtsamt später mitteilt. Fast zu warm für eine echte Abkühlung, aber jetzt will ich’s wissen: In Michael-Phelps-Manier bringe ich mich in Position, strecke die Beine durch und versuche dabei, mit den Finger- an die Zehenspitzen zu gelangen. Vergeblich zwar, aber Buh-Rufe bleiben aus. Ich blicke nach vorn, fasse mir ein Herz und springe in die Saar.

Und jetzt? Nichts. Jetzt bin ich halt drin. Die ersten Zuschauer wandern gelangweilt ab, ich schwimme in Richtung Luisenbrücke und wundere mich: Weder Müll noch Getier kreuzen meine Bahn. Und auch wenn es oft behauptet wird: Die Saar müffelt nicht. Ein bisschen vielleicht, aber das tun bei dieser Hitze auch andere. Ich hüte mich davor, den Mund angesichts eingeschränkter Wasserqualität zu öffnen und genieße dieses Schwimmvergnügen der besonderen Art, das ich mit einem Kopfsprung von der neuen Treppe an der Berliner Promenade kröne. Danach geht es ab unter die Dusche. 24 Stunden später erfolgt die Ganzkörper-Kontrolle: Zu meiner Beruhigung finde ich keine Spuren eines Hautausschlags, und mein Haupthaar weist keinerlei Lücken auf. Mein Fazit: Das Schwimmchen in der Saar hat Spaß gemacht, und ich habe unbeschadet überlebt.

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