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Schwimmer kontra Aqua-Jogger: Zoff in Saarlands Schwimmbädern

Beherzt ins Wasser eintauchen, beim sportlichen Bahnenschwimmen abschalten und Meter für Meter in einen fast meditativen Zustand gelangen. Dieses Gefühl kennen Schwimmer gut. Getrübt wird es allerdings, wenn das Ende des Beckens nur im Stop-and-go-Verfahren und Zickzack-Stil zu erreichen ist, weil sich zu viele Menschen darin tummeln. Denn nicht selten sind einige Bahnen für Aqua-Jogger gesperrt. „Aqua-Jogging ist ein Trendsport, der vor allem bei älteren Menschen sehr beliebt ist“, sagt Gabriele Scharenberg-Fischer, Geschäftsführerin der Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken. „Die Kurse, die wir anbieten, sind alle voll belegt“, fügt sie hinzu. Und um diese Kurse anzubieten, werden in den städtischen Bädern in Fechingen, Dudweiler und Altenkessel Bahnen gesperrt. Zwei bis drei, je nach Bedarf, zeitlich begrenzt. Das führe immer mal wieder zu Konflikten mit anderen Badegästen, denen fürs Schwimmen weniger Platz eingeräumt wird, sagt Scharenberg-Fischer und erklärt: „Es liegt natürlich in unserem Interesse, den Bedürfnissen aller gerecht zu werden, aber das ist leider schwierig.“

Ähnlich sieht es Thomas Wack, Betriebsleiter des Fechinger Bades. „Es ist in unserem Interesse, dass jeder seinen Sport bei uns ausüben kann, und wir wollen auch niemanden vertreiben, aber unser Platz ist nun mal begrenzt“, sagt er. Außerdem bedeute das große Interesse an den Aqua-Jogging-Kursen auch zusätzliche Einnahmen. „Und darauf sind alle Bäder angewiesen“, betont Wack. Wenn im öffentlichen Schwimmbetrieb zwei, drei Aqua-Jogger nebeneinander unterwegs seien, würden die Schwimmmeister diese allerdings bitten, dies zu unterlassen, um die Bahn nicht für die Schwimmer zu blockieren. Außerdem sei angedacht, für Sportschwimmer, die etwas flotter unterwegs sind, bald Bahnen zu bestimmten Zeiten zu reservieren.

Eine Idee, die im Dudweiler Hallenbad bereits umgesetzt wird. „Bei uns sind samstags, von 11 bis 15 Uhr, zwei Bahnen für Schnellschwimmer gesperrt“, sagt Bernd Bartsch, Betriebsleiter des Dudobads. Auch dort ist man bemüht, allen gerecht zu werden. Jedoch: „Es ist schwer, die goldene Mitte zu finden, aber wir versuchen es“, sagt Bartsch. Denn auch für Schwimmvereine, Behindertensportgruppen, Tauchklubs und Schulen werden Bahnen gesperrt, sodass das Becken im Grunde nie komplett frei ist. „Irgendjemand beschwert sich immer, dass nicht alle Bahnen frei sind“, so Bartsch.

Im Calypso-Bad werden für Aqua-Jogger zwar auch Bahnen gesperrt, aber zu Problemen mit anderen Badegästen sei es deswegen dort noch nie gekommen, sagt Rebecca Woestmann von der Betriebsleitung.

Meinung

Einfach sportlich verhalten

Von Marc Prams

Im Schwimmbad des New Yorker Hotels YMCA sind alle Bahnen beschriftet: von sehr schnell bis sehr langsam. Auf jeder Bahn ist ein gewisses Tempo vorgeschrieben. Wer das nicht schafft, wird auf die passende Bahn verwiesen. Keine ganz schlechte Idee, wobei eine derartige Regelung ja eher „typisch deutsch“ ist. Bei uns wird aber auf die Toleranz der Badegäste gesetzt. Schön, wenn das klappt, nur ist darin nicht jeder geübt, und so kommt es immer mal wieder zu Diskussionen. Dabei wollen Schwimmer und Aqua-Jogger doch dasselbe: Sport treiben. Also sollten sich beide Seiten auch sportlich verhalten. Dann brauchen wir auch keine „amerikanischen Verhältnisse“.

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