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Scorpions rocken die Saarbrücker Saarlandhalle

Die Scorpions machen auf ihrer Abschiedstournee in der Saarlandhalle Station.

Die Scorpions machen auf ihrer Abschiedstournee in der Saarlandhalle Station.

Saarbrücken. Ex-Supertramp-Sänger Roger Hodgson war hier, im April werden die berühmten Scorpions in Saarbrücken rocken. Trotzdem kommt die Congress Centrum Saar GmbH (CCS) nicht aus den roten Zahlen. 2009 lag das Minus bei stolzen 4,4 Millionen Euro. Rund 889 000 Euro musste davon die Stadt übernehmen, die 20 Prozent der Anteile hält, den Rest das Land. Auch für den Jahresabschluss 2010, der noch in Arbeit ist, macht Geschäftsführer Wilfried Blickle wenig Hoffnung: „Die Gesellschafterzuschüsse werden sich nicht reduzieren lassen.“

Rekordumsatz von 2,1 Millionen Euro

Blickle macht dafür die Investitionen in die Congress- und Saarlandhalle verantwortlich. Denn 2009 habe die CCS einen Rekordumsatz von 2,1 Millionen Euro erwirtschaftet. Dem standen aber 6,5 Millionen Euro Kosten für die Sanierung der Toiletten in der Congresshalle und die Renovierung des Restaurants gegenüber, betont Blickle. Dazu kam die Wirtschafts- und Finanzkrise. So ging die Besucherzahl 2009 auf 305 414 Besucher zurück, die Raumbelegungen brachen um über elf Prozent ein. Erst in diesem Jahr hofft Blickle, dass sich der Trend umkehrt. Ein Hoffnungsschimmer: Die Tourismuszentrale Saarland vermeldete für 2010 einen Anstieg der Übernachtungen um fünf Prozent saarlandweit.

Für Blickle ist klar: „Wir brauchen eine neue Halle, um wirklich eine Chance zu haben.“ Die Congress- und Saarlandhalle seien gegen große Veranstaltungshallen im Bundesgebiet nicht konkurrenzfähig. Das merke er immer wieder. So forderten auch Comedy-Größen wie Mario Barth hohe Bühnen. Dafür sei die Saarlandhalle aber zu niedrig – und für viele Stars auch zu klein. Blickle ist ernüchtert. Die Diskussion über eine neue Halle sei in der Sackgasse. Für den CCS-Geschäftsführer steht fest: „Das Thema ist zurzeit vom Tisch.“ Wobei er durchaus versteht, dass Land und Stadt große Finanzprobleme haben.

Kaum eine Stadt in Deutschland hat mit so wenig Geld zwei Hallen

Hat auch er Fehler gemacht und zu wenig für die Kongress-Stadt Saarbrücken geworben? Blickle: „Ich bin nicht für die Stadtvermarktung zuständig.“ Dafür seien die Kontour GmbH, das City-Marketing und die Tourismuszentrale des Saarlandes verantwortlich. Er wirbt dafür, dass es in der Stadt nur einen Ansprechpartner für Hallenveranstaltungen und Kongresse gibt. Kann er aber verstehen, dass die Stadt nicht glücklich über die Zuschüsse ist? Blickle kontert: „Es gibt kaum eine Stadt in Deutschland, die mit so wenig Geld zwei Hallen hat.“ Er verweist auf andere Städte, die selbst Hallen betreiben oder an Betreibergesellschaften verpachten.

Blickle will mehr Tagungen und Kongresse nach Saarbrücken holen. Deshalb hat er einen Vertriebsleiter eingestellt, der Kunden direkt ansprechen soll. Und er wünscht sich noch ein Vier-Sterne-Hotel, damit Saarbrücken als Veranstaltungsort attraktiver wird.

Über den Scorpions-Coup freut er sich sehr. Denn Saarbrücken stehe eigentlich nicht auf dem Tourneeplan. Über einen Agenten habe er die Band aber doch in die Landeshauptstadt locken können. Am 15. April werden die Scorpions in der Saarlandhalle auftreten.

Neue Werbe-Offensive

Die Stadt reagiert auf die Hallendefizite und will die Zusammenarbeit der Kongress und Touristik Service GmbH (Kontour) mit der CCS und der Wirtschaftsförderung verbessern. Sie sollen gemeinsam das Image Saarbrückens als Kongress-Stadt steigern. Stadtpressesprecher Thomas Blug: „Das ist sinnvoll, weil die Einrichtung eines Convention-Büros im Rahmen der Tourismusstrategie 2015 Saarland nicht umgesetzt werden konnte.“ Dieses Büro soll erster Ansprechpartner für Kongressveranstalter sein. Blickle begrüßt die Idee. Denn Saarbrücken sei der attraktivste Kongress-Standort im Saarland.

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