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Sechsjähriger „Indianer“ darf nicht in Trierer Dom

Hiltrud Hartmann und ihr Enkel Juan-Marcel in Trier. Foto: Herbert Hartmann

Hiltrud Hartmann und ihr Enkel Juan-Marcel in Trier. Foto: Herbert Hartmann

. Die SZ-Leserreporter Hiltrud und Herbert Hartmann aus Saarbrücken-Bübingen sind verärgert über den Trierer Bischof Stephan Ackermann . „Lasset die Kindlein zu mir kommen: aber nicht am Faschingsfreitag!“, schreibt das katholische Ehepaar.

Denn die beiden Großeltern haben im Trier erleben müssen, dass sie mit ihrem sechsjährigen Enkelsohn Juan-Marcel aus dem Dom verwiesen wurden. Hier der Ablauf der Ereignisse: Nach einer Fastnachtsfeier in der Alt-Saarbrücker Grundschule „Am Ordensgut“ holten die Großeltern den Enkel ab, um mit ihm eine Fahrt nach Trier zu unternehmen, das der Junge von seiner Kita-Abschlussfahrt 2014 in bester Erinnerung hat. In seinem Indianerkostüm marschierte der Sechsjährige stolz neben Oma und Opa her, wie Hiltrud Hartmann berichtet, und „nahm die bewundernden Blicke und das Schmunzeln der Passanten wahr“. Dann hätten sie den Dom betreten und seien überwältigt von der Erhabenheit des Raumes gewesen. „Juan-Marcel setzte gerade an, uns zu erklären, was er noch von seiner Kindergartenbesichtigung wusste, als ein Mann mittleren Alters im dunklen Anzug auf uns zukam und entschieden auf das Kind zeigte“, berichtet Hiltrud Hartmann. Energisch habe diese Aufsichtsperson gesagt: „Mit seinem Faschingskostüm muss er raus.“ Die Großeltern glaubten, sich verhört zu haben. „Das kann doch nicht ihr Ernst sein!“, habe sie entgegnet, berichtet die Bübingerin. „Das ist doch ein Kind!“, habe sie dem Mann gesagt. Der Aufsichthabende zeigte sich unbeeindruckt, er habe „Anweisung von oben“. Sie habe den Verweis übergehen wollen und Juan-Marcel ins Kirchenschiff gezogen, als der Mann sich ihnen entgegengestellt, mit dem Arm zur Tür gewiesen und betont habe: „Er muss raus hier!“ „Wir waren entsetzt. Mein Mann sagte ihm, dass wir Mitglieder dieser Kirche sind und unsere Steuern zahlen“, sagt die SZ-Leserreporterin. Juan-Marcel schaute die Großeltern demnach verstört an, als sie den Dom verließen. In der evangelischen Basilika in Trier habe sich der Junge an den für Kinder aufgestellten Tisch gesetzt und eine Prinzessin gemalt. „Zum Schluss bekam er von der Aufsicht führenden Dame ein Bibel-Malbuch geschenkt, das ihn seinen Rausschmiss aus dem Dom vergessen ließ“, so die SZ-Leserreporterin.

Der erkrankte Bistumssprecher André Uzulis konnte auf SZ-Anfrage gestern keine Stellungnahme dazu abgeben.

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