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Seine Leidenschaft gilt der Belletristik

Tim Mücke bei seiner Arbeit in Berlin. Foto: Joachim Trapp

Tim Mücke bei seiner Arbeit in Berlin. Foto: Joachim Trapp

Tim Mücke, geboren 1967 in Saarbrücken, liebt schon als Jugendlicher die Sprache und den Umgang mit Worten. „Ich habe immer viel gelesen. Günter Grass war einer meiner Favoriten“, erzählt der Verleger, der heute in Berlin lebt. Bereits in seiner Schulzeit im Gymnasium am Schloss schrieb er für die Schülerzeitung, während seiner Zeit als Zivildienstleistender war er freier Mitarbeiter der evangelischen Zeitung „Sonntagsgruß“. „Dort habe ich auch journalistisch gearbeitet“, erklärt Tim Mücke. Erst 1990, nach einem längeren Irlandaufenthalt, entschied er sich für ein Ethnologie-Studium. „Ich wollte etwas mit Sprache und Kultur studieren, aber nicht Germanistik.“

 

So zieht Tim Mücke 1990 für sein Studium der Völkerkunde nach Berlin, arbeitet für eine Forschungsarbeit mehrere Monate in Malawi in Südostafrika. 1998 schließt er sein Studium ab, ist zu diesem Zeitpunkt bereits Vater von zwei Kindern. Nun beginnt seine Laufbahn als Lektor, denn er arbeitet an einem Institut für Migrationsforschung in der Verlagsabteilung. „Ich habe dort alles selbst gemacht, das Layout, die Druckvorlagen. Es war ein Learning-by-doing“, sagt Mücke und lacht.

 

In dieser Zeit lernt er auch Hans Schiler kennen, der in Berlin eine Buchhandlung und den kleinen Verlag „Das arabische Buch“ führt. Im Jahr 2001 kommen Tim Mücke und Hans Schiler überein, den Verlag neu zugründen. Unter dem Namen „Verlag Hans Schiler“ leiten sie seither ein Unternehmen, dessen Schwerpunkt die arabische Welt ist. „Wir haben Wissenschaftspublikationen und politische Themen im Programm, auch internationale Autoren. Aber unsere Leidenschaft gilt der Belletristik “, erklärt Mücke.

 

Und dann erzählt er nicht ohne Stolz, dass in ihrem Haus mehrere Schriftsteller publiziert werden, die alle Preisträger des begehrten Adelbert-von-Chamisso-Preises sind, wie der syrisch-stämmige, heute weltbekannte Autor Rafik Schami. Mit ihm verbinden ihn eine langjährige Freundschaft und eine gute Zusammenarbeit. Gemeinsam arbeitet man an einer Reihe mit jungen unbekannten Autoren aus dem Nahen Osten. „Das ist so spannend“, sagt er dazu. Nach wie vor macht er dabei viel selbst, vom Layout über die Buchherstellung, natürlich auch das Lektorat. Fast 20 neue Titel bringt der Verlag mit Sitz in Berlin und Tübingen jedes Jahr heraus. Und die Bücher sind mit viel Liebe gestaltet, oft sogar zweisprachig. Demnächst erscheint eine kleine Serie arabisch-deutscher Kinderbücher mit Autoren wie James Krüss und Paul Maar . „Wir haben auch Lyrik im Programm, das verkauft sich schwer und wird daher heute selten publiziert. Daher gehen selbst anerkannte Lyriker zu kleinen Verlagen“, erklärt er. Und manchmal spielt auch der Zufall bei einer Publikation mit.

 

„Da gibt es so eine typisch saarländische Anekdote. Ich habe in Berlin einen Freund aus Saarbrücken getroffen, den Fotografen Joachim Trapp. Und wir haben kurzerhand beschlossen, seinen witzigen Stadtführer für Kinder ,Monster in Berlin' gemeinsam herauszubringen“, sagt Mücke lachend. Auch beruflich führt ihn der Weg von Zeit zu Zeit in die alte Heimat, denn in Saarbrücken arbeitet die Gruppe Inârah zur Islamforschung, außerdem leben einige Übersetzer hier. Dann besucht Tim Mücke natürlich auch seine Eltern und Geschwister.

 

verlag-hans-schiler.de

 

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